Voraussetzungen und Bonität

Eine Mietkautionsbürgschaft erhalten Mieter grundsätzlich auch ohne Einkommen. Jedoch ist eine Zusage der Kautionskasse immer von der gesamten Bonität des Antragstellers abhängig. Die Bonitätsanforderungen unterscheiden sich zudem je nach Bürgschaftsart und Anbieter. Wird die Bürgschaft abgelehnt, gibt es Alternativen.

Formelle Voraussetzungen

Grafik zur Voraussetzung für die ZusageFür die Gewährung einer Kautionsbürgschaft muss der Antragsteller bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Einige davon sind eher formeller Natur, andere stehen im Zusammenhang mit der Bonität des Mieters.

  • Mindestalter 18 Jahre
  • Vollständiger Antrag (alle Angaben zur Person sowie zum Mietobjekt, eventuell zusätzliche Nachweise)
  • Wohnsitz / Mietobjekt in Deutschland
  • Bankverbindung bei einer deutschen Bank
  • Legitimation über Personalausweis
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Bonität des Antragstellers

Der Begriff Bonität steht normalerweise im Zusammenhang mit der Vergabe von Krediten. Frei übersetzt ist bedeutet er Kreditwürdigkeit – also die Fähigkeit Zahlungsverpflichtungen fristgemäß zu erfüllen. Da die Mietbürgschaft einen Mietvertrag absichert, bezeichnet die Bonität in diesem Fall die Fähigkeit des Mieters, die Pflichten aus dem Mietvertrag zu erfüllen. Wer seine Mietkaution über eine Bankbürgschaft oder eine Kautionsversicherung stellen möchte, muss sich daher zunächst einer Bonitätsprüfung unterziehen. Fällt die Prüfung positiv aus, und werden alle sonstigen Voraussetzungen erfüllt, steht einer Zusage nichts im Wege.

  • Bonitätsprüfung mit positivem Ergebnis (auch bei Mietkautionsversicherung)
  • Festes und unbefristetes Arbeitsverhältnis als Angestellter oder Beamtenstatus (nur bei Bankbürgschaft)
  • Einkommen in ausreichender Höhe (nur bei Bankbürgschaft)

Bonitätsprüfung

Grafik zum Ablauf der Bonitätsprüfung

Bei der Kautionsbürgschaft für private Mietverhältnisse wird die Abfrage der Bonität direkt im Zuge der Antragstellung vorgenommen. Diese erfolgt bei den Kautionskassen in der Regel online (bei Bankbürgschaften wird zudem Einkommensnachweis verlangt). Der Mieter erhält bei einem positiven / negativen Ergebnis innerhalb von wenigen Sekunden eine Zusage / Absage. Hierbei erfolgt eine online basierte Abfrage über standardisierte Informationsaustauschschnittstellen. Hiermit kann ein Unternehmen – in diesem Falle eine Kautionskasse – die Bonität eines Antragsstellers bei einer Wirtschaftsauskunftei wie z.B. der Schufa innerhalb kürzester Zeit überprüfen. Je nach Anbieter erfolgt die Abfrage bei einer der folgenden Auskunfteien:

  • Schufa
  • Arvato Infoscore
  • Creditreform

Was ist der Score?

Der Score ist eine Kennzahl zur Beurteilung der Bonität eines Vertragspartners. Anhand dieser Kennzahl wird bei einer Bonitätsprüfung anhand mathematisch-statistischer Analyseverfahren die Wahrscheinlichkeit für eine Vertragserfüllung bzw. eines Zahlungsausfalls ermittelt. Anhand des Scorewert wird aus Erfahrungswerten der Vergangenheit (z.B. den gespeicherten Informationen bei der Schufa) eine Prognose über die zukünftige Zahlungsfähigkeit eines Vertragspartners erstellt. Der Score wird u.a. anhand folgender Merkmale ermittelt:

  • Bestehende Vertragsverpflichtungen: z.B. laufende Kreditverträge, Handyverträge, Kreditkarten
  • Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit: dazu gehören Einkommen, Ausgaben, verfügbare Mittel
  • Frühere Kreditverpflichtungen, Anfragen, Rückzahlungen
  • Anzahl der Girokonten, Wechsel der Bankverbindung
  • Häufigkeit des Wohnortwechsels, Qualität des Wohnumfelds

Negativmerkmale bei der Bonität

Wird die Übernahme einer Bürgschaft abgelehnt, sind hierfür meist so genannte Negativmerkmale die Ursache. Es wird zwischen harten und weichen Negativmerkmalen unterschieden. Jedoch führt nicht jedes Negativmerkmal gleich zu einer Vertragsablehnung. Gerade bei den weichen Faktoren müssen meist mehrere Punkte zusammenkommen.

Harte Negativmerkmale

Harte Negativmerkmale bestehen dann, wenn der Antragsteller in der Vergangenheit durch eine schlechte Zahlungsmoral aufgefallen ist. Im Folgenden werden einige Beispiele aufgeführt:

  • Geplatzte Lastschriften und Kreditkartenabbuchungen
  • unbezahlte Rechnungen (Versandhaus, Handyverträge)
  • Mahnbescheid (bei unbestrittener Forderung)
  • Zwangsvollstreckungsmaßnahmen
  • Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung
  • laufende Privatinsolvenz
  • Kündigung der Bankverbindung durch die Bank

Weiche Negativmerkmale

Jedoch auch ohne harte Negativmerkmale kann der Score zu niedrig sein. Meist müssen hier jedoch mehrere der folgenden Faktoren zusammentreffen:

  • Zahlungsverpflichtungen von Darlehen werden zwar bedient, sind jedoch im Verhältnis zum Einkommen sehr hoch.
  • mehrere Handyverträge oder Versandhauskonten
  • häufige Wohnungswechsel
  • mehrere Girokonten bei verschiedenen Banken und / oder häufige Wechsel der Bank
  • zu häufiges Abfragen der Bonität bei der Schufa
  • Qualität des Wohnumfeldes (die Schufa unterscheidet je nach Häufigkeit von Kreditausfällen gute und schlechte Wohnadressen)
  • Zugehörigkeit zu bestimmter Berufsgruppe

Kautionskasse lehnt Antrag ab

Die Entscheidung für die Zusage oder Ablehnung einer Mietbürgschaft steht im engen Zusammenhang mit dem Ergebnis der Bonitätsprüfung. Wird anhand des Scores eine hohe Ausfallwahrscheinlichkeit ermittelt, oder bestehen bestimmte harte Negativmerkmale, kann dies zu einer Ablehnungsentscheidung seitens der Kautionskasse führen. Eine wichtige Rolle spielen zudem die im Antrag gemachten Angaben. Sind diese falsch oder unvollständig, kann die Kautionskasse den Antrag ebenso ablehnen. Dies gilt ebenso für Angaben des Antragstellers, die auf eine zu geringe Kreditwürdigkeit schließen lassen. Ist die Bonität eines Antragstellers nur leicht herabgesetzt, werden jedoch ansonsten alle Voraussetzungen für eine Mietkautionsbürgschaft erfüllt, muss es nicht zwangsläufig zu einer Ablehnung kommen. In einigen Fällen kommt es fälschlicherweise zu einer abschlägigen Entscheidung, nämlich dann wenn die Datenbasis der Auskunfteien veraltete Einträge enthält.

Gründe für eine Ablehnung

  • Formelle Voraussetzungen sind nicht erfüllt.
  • Angaben des Antragstellers sind falsch oder unvollständig.
  • Geforderte Nachweise fehlen (z.B. Kopie vom Mietvertrag, Gehaltsabrechnung).
  • Bei der Bonitätsprüfung ermittelter Score ist zu niedrig.
  • Bestimmte harte Negativmerkmale lassen keinen Vertragsschluss zu.
  • Gemachte Angaben lassen auf eine zu geringe Kreditwürdigkeit schließen.
  • Datenbasis bei Schufa, Infoscore oder Creditreform ist veraltet / fehlerhaft.

Antrag abgelehnt was tun?

Hat eine Kautionskasse den Antrag abgelehnt, heisst das noch lange nicht, dass Sie als Mieter keine Bürgschaft erhalten. So kann sich die Anfrage bei einem anderen Anbieter (siehe Vergleich) durchaus lohnen. Wer aufgrund nicht ausreichender Bonität bei einer Bankbürgschaft abgelehnt wurde, hat immer noch gute Chancen, eine Mietkautionsversicherung zu erhalten. Scheitert bei einem Antragsteller die Zusage an bestimmten Negativmerkmalen in der Schufaauskunft, kann sich eine Anfrage bei einer Kautionskasse lohnen, welche die Bonitätsprüfung über Infoscore abwickelt. Denn die Auskunfteien greifen auf unterschiedliche Quellen zurück, weshalb eine erneute Bonitätsprüfung über eine andere Auskunftei durchaus zu einem anderen Ergebnis führen kann.

Höhe Kaution eintragen

Unterschiede der Anbieter

Je nach Art, Ausführung und Anbieter einer Mietkautionsbürgschaft gestalten sich die Bonitätskriterien unterschiedlich. So sind die Anforderungen für eine Bankbürgschaft meist höher als bei einer Versicherungsbürgschaft. Erhöhte Bonitätsanforderungen gelten ebenso für die Bürgschaft auf erstes Anfordern. Für die Bonitätsabfrage nutzen die Anbieter unterschiedliche Wirtschaftsauskunfteien. So arbeiten einige Kautionskassen mit der Schufa zusammen, andere greifen auf die Datenbasis von Infoscore zurück. Bei einer Mietkautionsbürgschaft für Gewerbe-Mietobjekte werden Auskünfte über Creditreform eingeholt. Ein Überblick gibt die folgende Tabelle:

Bonitätskriterien der Kautionskassen
Anbieter
Bank
Versicherung
Auf erstes Anfordern
Auskunftei
X
Ja
Schufa
Kautionsfuchs
Logo von Kautionsfuchs
X
Ja
Infoscore
meineMietkaution
Logo von meineMietkaution
X
Ja
Schufa
X
Ja
Schufa
X
Ja
Schufa
X
Ja
Schufa
X
Nein
Schufa
X
Nein
Infoscore
X
Ja
Infoscore
X
Nein
Infoscore
X
Nein
Creditreform
2 Gedanken zu „Voraussetzungen und Bonität“
  1. Hallo,

    ich bin selbstständiger Unternehmer. Im Jahr 2015 hatte ich einen Umsatz von 155000,00€, im Jahr 2014 waren es 130000,00€ und im Jahr 2013 waren es 135000,00€. Das alles habe ich durch die GuV und die Einkommenssteuerbescheide sowie die Gewerbesteuerbescheide nachgewiesen. Als ich mich um eine Wohnung bewarb, wurde ich überall abgelenht da ich einen negativen Schufaeintrag hatte, und das obwohl ich die Mitkaution den Vermietern gleich auf den Tisch gelegt hatte. Somit braucht man für die Kaution keinen Bürgen, denn die paar Euro legen die meisten bei Vertragsabschluss gleich auf den Tisch. Hier scheint es nur darum zu gehen, wie zuverlässig jemand zu seien scheint oder auch nicht. Oder? ich finde der Firma SCHUFA wird hier zu viel Macht in die Hand gegeben.

    1. Hallo Bernd,

      danke für Ihren Kommentar. Was Sie sagen, trifft im Prinzip zu. Eine Schufaabfrage dient dazu, die Zahlungsfähigkeit / Zuverlässigkeit einer Person zu überprüfen. Das ist unabhängig davon zu sehen, ob jemand eine Bürgschaft oder einen Kredit abschließen möchte, oder eine Wohnung sucht. Das Ganze stellt quasi eine Schutzfunktion für den Vertragspartner dar. Ein Vermieter soll so z.B. möglichst vor Mietschuldnern geschützt werden. Ein Kreditgeber vor dem Ausfallrisiko. Das System hat allerdings seine Schwächen. Denn nicht selten trifft es auch Personen, die eigentlich zahlungsfähig sind, wo ein Eintrag unberechtigterweise erfolgt. So werden manchmal Personen bzw. Vertragsinhaber schlicht namentlich verwechselt. Oder Telefonanbieter verschicken falsche Rechnungen, wo dann noch ein übereifriger Mitarbeiter vorzeitig und ohne rechtliche Handhabe die Meldung an die Schufa tätigt. Steht der Eintrag erst mal drin, hat derjenige seine Kreditwürdigkeit bis auf weiteres verloren. Das Prozedere den Eintrag wieder loszuwerden, ist ziemlich langwierig. Da gibt es dringenden Verbesserungsbedarf sowie Handlungsbedarf seitens der Politik.

      Mit freundlichen Grüßen
      Die Redaktion

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