Wohnung trotz Schufa mieten – wie geht das?

Eine Wohnung zu finden ist heutzutage ohnehin schon schwer genug. Nicht einfacher wird es, wenn man einen Eintrag in der Schufa hat. Denn welcher Vermieter lässt sich schon in diesem Fall auf einen Mietvertrag ein? Doch die Situation ist nicht aussichtslos. Es gibt verschiedene Möglichkeiten.

Einleitung

Grafik zu Wohnung mieten trotz SchufaeintragEine einwandfreie Schufaauskunft signalisiert dem Vermieter, dass es um die Zahlungsmoral-/ fähigkeit des Mieters gut bestellt ist. Dasselbe gilt, wenn der Vorvermieter bescheinigt, dass man stets seine Miete gezahlt hat (Mietschuldenfreiheitsbescheinigung). Ohne diese beiden Nachweise geht auf dem Wohnungsmarkt heutzutage so gut wie nichts mehr. Doch was tun, wenn es um die eigene Bonität nicht gut bestellt ist? Die gute Nachricht lautet: Eine Wohnung mieten trotz negativer Schufa ist möglich. Wir zeigen, wie es geht.

Bonität verbessern

Wie es um die eigene Bonität tatsächlich steht, können Sie mit einer Schufa-Eigenauskunft herausfinden. Verschaffen Sie sich einen Überblick, welche Daten und Einträge Deutschlands größte Wirtschaftsauskunftei über die eigene Person gespeichert hat. Im nächsten Schritt gilt, es die eigene Kreditwürdigkeit zu verbessern. Es gibt mehrere Möglichkeiten:

Schufeintrag löschen lassen

Sämtliche negativen SCHUFA-Einträge werden automatisch drei Jahre nach vollständiger Tilgung der Schulden zum Jahresende gelöscht. Darüber hinaus haben Schuldner auch die Möglichkeit, einen Eintrag vorzeitig löschen zu lassen. Dafür ist jedoch die Mithilfe des Gläubigers nötig. Nachdem die Schulden vollständig abbezahlt wurden, können Sie den Gläubiger darum bitten, eine Meldung an die SCHUFA zu machen. Durch ein kurzes Anschreiben können Sie danach den Eintrag mit einem „Erledigt“-Vermerk löschen lassen.

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung vorlegen

Mit der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung können Sie nachweisen, dass Sie bisher immer allen Verpflichtungen aus dem Mietvertrag nachgekommen sind. Lief beim letzten Mietverhältnis alles glatt, wird Ihnen Ihr Vorvermieter dies gerne bescheinigen. Ein Vermieter ist jedoch nicht verpflichtet, diese Bescheinigung auszustellen. Legen Sie Ihrem ehemaligen Hausherrn ein vorgefertigtes Formular vor. Dann hat er weniger Arbeit, und ist eher zur Unterschrift bereit.

Mietbürgen stellen

Der Vermieter prüft Ihre Bonität, um sich gegen Zahlungsausfälle abzusichern. Reicht Ihre eigene Bonität nicht aus, ist es vorteilhaft, wenn Sie neben der normalen Mietkaution einen Bürgen vorweisen können. Beachten Sie dabei jedoch, dass der Vermieter unabhängig von seinen Forderungen an gesetzliche Regelungen gebunden ist. Er darf bis auf wenige Ausnahmen lediglich Mietsicherheiten in Höhe von maximal drei Nettokaltmieten annehmen. Bieten Sie deshalb die Mietbürgschaft einer Privatperson als zusätzliche Sicherheit an. Eine freiwillig gestellte Bürgschaft ist auch über den gesetzlichen Maximalbetrag hinaus gültig. Sie bedeutet allerdings ein erhöhtes Risiko für den Bürgen. Siehe hierzu auch unser Beitrag: Mietkaution und Bürgschaft kombinieren – was ist erlaubt?

Höhere Kaution anbieten

Bieten Sie Ihrem Vermieter freiwillig eine höhere Mietkaution an. Zwar ist er auch hier an die gesetzliche Obergrenze von drei Monatsmieten gebunden. Auf diese Weise signalisieren Sie ihm jedoch, dass Sie zahlungsfähig sind, und guten Willen zeigen. So verbessern Sie Ihre Chance auf eine Zusage.

Andere Person den Mietvertrag unterschreiben lassen

Oft ist es gar nicht nötig, die eigene Bonität zu verbessern. Tritt eine andere Person für Sie als Hauptmieter ein, ist für den Vermieter dessen Bonität ausschlaggebend. Diesen Gefallen könnte Ihnen z.B. Ihr Partner oder ein guter Freund tun. Alternativ können Sie eine andere finanziell gut gestellte Person als Nebenmieter in den Mietvertrag aufnehmen. Dabei hat die höhere Bonität des Nebenmieters positive Auswirkungen auf Ihre eigene Kreditwürdigkeit.

Den Vermieter von sich überzeugen

Zwar ist die nachgewiesene Bonität für Vermieter sehr wichtig. Jedoch ist dies längst nicht das einzige Kriterium bei der Auswahl des Mieters. Machen Sie sich klar, worauf Vermieter achten, und überzeugen Sie Ihren Hausherrn mit guten Argumenten. Lesen Sie hierzu die folgenden Tipps, oder auch unseren ausführlichen Artikel: Vermieter bei der Wohnungsbesichtigung überzeugen.

Dem Vermieter möglichst wenig Arbeit machen

Gerade private Vermieter wollen vor allem eines: ihre Wohnungen schnell und unkompliziert wieder vermieten. Sie scheuen i.d. Regel viel Arbeit und Aufwand. Bereiten Sie sich auf das Erstgespräch / die Wohnungsbesichtigung möglichst gut vor. Halten Sie für Ihren zukünftigen Hausherrn alle wichtigen Daten schnell und unkompliziert bereit. Fertigen Sie eventuell schriftlich eine Übersicht an, welche Sie ihm nach dem Gespräch zur Verfügung stellen. Darin enthalten sein sollte:

  • Beruf / Arbeitsverhältnis
  • Einkommensnachweise
  • Familienstand
  • Anzahl der Kinder
  • eventuell Haustiere

Sympathisch, gepflegt und pünktlich erscheinen

Gerade privaten Vermietern sind auch persönliche Faktoren sehr wichtig. Machen Sie einen guten ersten Eindruck. Kommen Sie sympathisch und natürlich rüber. Kleiden Sie sich sauber und ordentlich, jedoch nicht overdressed. Kommen Sie zum Termin auf keinen Fall zu spät.

Schaffen Sie Vertrauen beim Vermieter

Verhalten Sie sich vertrauenswürdig. Vermeiden Sie daher Aussagen, welche beim Vermieter Argwohn hervorrufen. Erwähnen Sie daher nicht Dinge wie z.B. „ich suche eine Wohnung für nur ein Jahr“. Für den Eigentümer würde das bedeuten, dass er sich nächstes Jahr wieder einen neuen Mieter suchen muss. Lästern Sie in keinem Fall über den Vorvermieter oder die alte Wohnung. Berichten Sie in keinem Fall von Problemen mit früheren Mit-Mietern.

Punkten Sie mit persönlichen Vorteilen

Dass ein Vermieter möglichst wenig Aufwand und Arbeit haben möchte, hatten wir bereits weiter oben erwähnt. Dies können Sie sich ebenfalls zu Nutze machen, wenn Sie handwerklich begabt sind. Bieten Sie Ihrem Vermieter an, kleine Arbeiten / Änderungen in der Wohnung selbst zu erledigen, um die er sich sonst selbst kümmern müsste. Das macht in jedem Fall einen guten Eindruck.

Vermieter einen Mietvorschuss anbieten

Ein (kleiner) Schufa-Eintrag bedeutet nicht automatisch, dass man zahlungsunfähig ist. Solvente Mieter erhöhen Ihre Erfolgsaussichten auf eine Wohnung, indem sie dem Vermieter die vorzeitige Zahlung von mehreren Monatsmieten anbieten. So können Sie Ihrem zukünftigen Hausherrn neben Ihrer Zahlungsfähigkeit auch eine gute Zahlungsmoral sowie guten Willen demonstrieren. Auf diese Weise kann der Vermieter zumindest für diesen Zeitraum einen Mietausfall ausschließen. Einige Wohnungseigentümer lassen sich mit diesem Vorschlag überzeugen. Die Vorausmiete kann man zudem noch mit dem Zeitmietvertrag kombinieren, siehe unten. So ist das Ausfallrisiko für den Vermieter gleich null.

Befristeten Mietvertrag anbieten

Absagen bei niedriger Bonität geschehen grundsätzlich nur, wenn der Vermieter einen Zahlungsausfall befürchtet. Bieten Sie ihm deshalb einen befristeten Mietvertrag an, um in seinem Objekt zur Probe zu wohnen. Ist es in dieser Zeit zu keinen Zwischenfällen gekommen, erhalten Sie meist im Anschluss einen unbefristeten Mietvertrag. Hierbei sind allerdings die gesetzlichen Bestimmungen für den Abschluss von Zeitmietverträgen zu beachten.

Tipps für die Wohnungssuche

Ein negativer Schufaeintrag macht die Wohnungssuche erst mal komplizierter. So viel ist sicher. Doch nicht immer wird eine Bonitätsauskunft tatsächlich verlangt. Auch muss man nicht zwingend selbst als Mieter im Mietvertrag stehen. Die folgenden Tipps erleichtern die Wohnungssuche bei schlechter Bonität.

Privater Vermieter statt Wohnungsgesellschaft

Wohnungsgesellschaften verlangen grundsätzlich immer eine Schufaauskunft. Anders sieht die Sache bei privaten Vermietern aus. Viele verlangen lediglich einen festen Job sowie entsprechende Einkommensnachweise. Nach einer Schufaauskunft oder Einträgen wird oft gar nicht gefragt. Privatvermieter möchten sich zudem auch nie lange mit der Mietersuche befassen, und entscheiden häufig nach Bauchgefühl. Siehe auch Infos hier.

WG mit solventem Hauptmieter beziehen

Für die Wohnungssuche sollten Sie sich nach Möglichkeit mit einer solventen Person zusammentun. Vor allem junge und / oder alleinstehende Menschen sind oftmals auf der Suche nach einem Mitbewohner für eine Wohngemeinschaft. Wird die solvente Person als Hauptmieter eingetragen, können Sie auch trotz negativer Schufa eine Wohnung oder ein Zimmer mieten.

Zur Untermiete wohnen

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine Wohnung zur Untermiete zu beziehen. Dabei schließen Sie nicht mit dem Eigentümer der Wohnung einen Mietvertrag ab, sondern mit einem Mieter. Dieser verlangt in der Regel keine Schufaauskunft von Ihnen. Im Optimalfall ist die Person ein Freund, Bekannter oder Verwandter, der Ihnen vertraut bzw. helfen möchte. Wichtig: Untermietverträge bedürfen immer der Zustimmung des Eigentümers.

Makler beauftragen

Eine Option, die sich zunächst unwahrscheinlich anhört. Denn welcher Makler möchte schwer zu vermittelnde Kunden? Doch eine Anfrage kann sich lohnen, und kostet Sie nichts. Makler können gut verkaufen, und haben Kontakte. Der eine oder andere kennt Vermieter, die Mietern mit negativer Schufa trotzdem eine Chance geben, oder keine Schufaauskunft verlangen. Spielen Sie von Anfang an mit offenen Karten. Erwähnen Sie Ihren Schufaeintrag schon im ersten Telefonat. So können Sie gleich erkennen, ob der Makler an dem Auftrag Interesse hat. Das wichtigste für einen Makler ist, dass er seine Courtage bekommt. Weisen Sie dem Makler nach, dass Sie solvent sind, und er im Erfolgsfall seine Provision auch erhält.

Wohnungssuche in der Ferienzeit

Etwas einfacher wird die Wohnungssuche während der Sommerferien. Einige potentielle Mietinteressenten unterbrechen während dieser Zeit ihre Suche, da der Urlaub mit der Familie ansteht.

Wohngebiete mit hohem Leerstand suchen

Insbesondere in Orten und Gebieten mit hohem Leerstand lassen sich Wohnungen zu günstigen Preisen finden. Diese gibt es jedoch meist nur auf dem Land. Ein Umzug ist also nur dann sinnvoll, wenn man nicht auf die räumliche Nähe zur Grosstadt angewiesen ist. In den vergangenen Jahren zog es immer mehr Menschen in die Stadtzentren. Hierdurch stehen in umliegenden Gemeinden viele Wohnungen leer. In Gebieten mit hohem Leerstand ist jeder Vermieter froh, wenn er überhaupt einen Mieter für sein Objekt findet. Achten Sie bei der Wohnungssuche insbesondere auf eine hohe Anzahl an zur Miete angebotenen Objekten, die eine möglichst geringen Abstand zueinander aufweisen.

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