Inkrafttreten, Vertrag und Laufzeit

Grafik zu Vertragsabschluss und InkrafttretenSowohl der Vertragsbeginn als auch die Laufzeit können bei einer Mietkautionsbürgschaft flexibel an die Anforderungen des Mietvertrags angepasst werden. Wir erläutern Abschluss, Inkrafttreten, Laufzeit, Beitragszahlung und Kündigung.

Vertragsabschluss

Der Mieter stellt bei einer Kautionskasse oder Bank einen Antrag auf Übernahme einer Mietbürgschaft. Er muss hierbei einige Voraussetzungen (Bonität) erfüllen, um eine Zusage der Kautionskasse zu erhalten. Der Vermieter erhält im letzten Schritt die Bürgschaftsurkunde von der Versicherung oder Bank zugeschickt.

  • Mieter beantragt die Bürgschaft.
  • Der Antrag wird angenommen oder abgelehnt.
  • Der Vermieter erhält die Bürgschaftsurkunde.

Inkrafttreten

Der Bürgschaftsvertrag tritt mit Ausstellung der Urkunde in Kraft. Vertragsbeginn ist immer das Ausstellungsdatum auf der Bürgschaftsurkunde. Der Vertragsbeginn ist hierbei nicht zwingend an den Beginn eines Mietvertrags gekoppelt.

Laufzeit

Feste Laufzeiten gibt es nur bei gewerblichen Mietkautionsbürgschaften, nicht jedoch bei privat genutzten Wohnungen. Der Vertrag kann demnach jederzeit gekündigt werden. Die Länge der Laufzeit richtet sich im Prinzip danach, wie lange die Mietbürgschaft benötigt wird. Die Mietparteien können sich z.B. auch dazu entschließen, während eines laufenden Mietverhältnisses eine Mietkautionsbürgschaft durch eine normale Mietkaution zu ersetzen. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele aus der Praxis:

Vertragslaufzeit entspricht Dauer des Mietverhältnisses

Die Mietbürgschaft wird zu Beginn des Mietvertrags abgeschlossen, und zum Ende wieder gekündigt.

Bürgschaft wird für weiteres Mietverhältnis genutzt

Ein Mieter zieht um, und möchte auch in der neuen Wohnung eine Bürgschaft als Mietsicherheit nutzen. Hierfür muss der Bürgschaftsvertrag an die Bedingungen des neuen Mietvertrags angepasst werden. Einige Kautionsanbieter beenden bei einem Umzug den bisherigen Vertrag rein formell, und stellen für das neue Mietobjekt eine neue Bürgschaftsurkunde aus.

Vertragsschluss bei laufendem Mietverhältnis

Der Vertrag beginnt während eines bereits laufenden Mietverhältnisses, da sich die Mietparteien im Nachhinein für die Hinterlegung einer Bürgschaft anstelle einer Barkaution entschließen.

Neuer Eigentümer übernimmt das Mietobjekt

In einigen Fällen werden die Kautionsvereinbarungen mit den Mietern neu ausgehandelt. Falls der neue Vermieter die Bürgschaft als Sicherheit akzeptiert, werden entweder die bestehenden Verträge abgeändert, oder neue abgeschlossen. In jedem Fall wird der neue Vermieter in die Urkunde eingetragen.

Kündigung

Wird eine Mietkautionsbürgschaft nicht mehr benötigt, z.B. weil der Vermieter die Mietkaution nach Ende des Mietvertrags frei gegeben hat, oder die Mietparteien die Bürgschaft gegen eine andere Kautionsform eintauschen möchten, kann der Vertrag recht unkompliziert gekündigt werden. Hierfür muss die Bürgschaftsurkunde an den Kautionanbieter zurück geschickt werden. Mehr zur Kündigung

Beitragszahlung

Den jährlichen Beitrag muss der Mieter nur so lange zahlen, wie die Mietbürgschaft auch tatsächlich genutzt wird. Beispiel: der Vertrag wird nach 2 Jahren und 6 Monaten gekündigt, da ein erneuter Umzug ansteht. In der Regel wurden jedoch bereits Beiträge für das 3. Jahr an die Kautionskasse überwiesen. Aus diesem Grund erfolgt eine Rückerstattung an den Mieter für die letzten 6 Monate.

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Vertragspartner einer Kautionsbürgschaft

Grafik zu den Vertragspartnern

Bei den Vertragsparteien handelt es sich um den Mieter, den Vermieter sowie die Kautionskasse (bzw. die beim Schadensfall bürgende Versicherung oder Bank). Die Vertragspartner stehen in dem bei Bürgschaften üblichen Dreiecksverhältnis zueinander. Während des Vertragsschlusses treten lediglich der Mieter sowie die Kautionskasse aktiv in Erscheinung. Die Rolle des Vermieters ist zunächst passiv. Letzterer wird in diesem Vertragsverhältnis erst dann aktiv, wenn es im zu Grunde liegenden Mietverhältnis zu einem Schadensfall kommt.

Mit anderen Worten: Mieter und Kautionskasse schließen zur Absicherung des Vermieters eine Bürgschaft ab. Kommt es zum Schadensfall, macht der Vermieter sein Recht auf Auszahlung der Kautionssumme aus der Kautionsbürgschaft geltend.

2 Gedanken zu „Inkrafttreten, Vertrag und Laufzeit“
  1. Nicht praktikabel, denn hier ist eine eindeutige Benachteilung zu Lasten des Versicherungsnehmer vorhanden.

    Denn wenn der Vermieter die Police nicht zurück gibt (aus welchen Gründen auch immer) , werden weiterhin die jährliche Versicherungssumme fällig. Eine Kündigung seitens des Mieters ist in keinem Fall ausreichend! Selbst dann nicht, wenn der Versicherung bekannt ist, dass für die in Anspruch genommene Kautionsbürgschaft durch Wohnungswechel ein Mietverhältnis nicht mehr existiert. Eidesstattliche Erklärungen oder Eingaben werden ignoriert.

    1. Sehr geehrte Damen und Herren,

      vielen Dank für Ihre Anmerkung. Wir haben die etwas mißverständliche Erläuterung angepasst. Ein Mieter kann den Bürgschaftsvertrag durch Rückgabe der Urkunde an die Kautionskasse beenden. Natürlich muss der Vermieter hierfür erstmal die Urkunde an den Mieter herausgeben. Das geschieht wiederum erst dann, wenn alle Ansprüche des Hausherrn aus dem Mietvertrag, wie z.B. Mietzahlungen oder Nebenkosten vom Mieter geleistet wurden. Im Ergebnis bestimmt der Vermieter, wann der Vertrag endet (ausführlicher nochmal hier). Das ist übrigens bei der normalen Bar-Mietkaution nicht anders. Nur dass der Vermieter in diesem Fall mit der Sparbuchauflösung bzw. der Auszahlung des Bargeld eben so lange wartet, bis alle Ansprüche erledigt sind. Geht auch nicht anders, denn wenn die Kaution erst mal ausgezahlt wurde, und danach noch ein Schaden auftritt, hat der Vermieter keine Handhabe mehr. Was die Prämienzahlung betrifft, ist dies in der Tat für den Mieter unglücklich. Denn wenn der Hausherr z.B. ein halbes Jahr für Abrechnung der letzten Nebenkostenabrechnung benötigt, wird für den Mieter zumindest nochmal ein halber Jahresbeitrag fällig.

      Mit freundlichen Grüßen
      Die Redaktion

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