Alternativen zur Kautionsbürgschaft

Grafik zum KleinkreditEine Mietkautionsbürgschaft bietet beiden Mietparteien zweifellos Vorteile. Doch in bestimmten Situationen ist eine andere Art der Kaution möglicherweise besser geeignet. Wir stellen einige Alternativen aus dem Bereich Finanzierung sowie klassische Anlageformen vor.

Kleinkredit

Ein Kredit wird meist als klassischer Ratenkredit vergeben. Der Kreditnehmer beantragt – entweder bei seiner Hausbank oder einer Onlinebank – die gewünschte Finanzierungssumme. Diese zahlt er zu einem vorab vereinbarten Zinssatz innerhalb einer festen Laufzeit zurück. Die Laufzeit beträgt meist zwischen 12 und 36 Monaten – je nachdem welche Rückzahlungssumme der Mieter finanziell verkraften kann. Mehr zum Thema Kautionskredit

Sinnvoll wenn
Voraussetzungen
  • keine ausreichenden Ersparnisse vorhanden sind
  • die Zinskosten unter denen einer Kautionsbürgschaft liegen (achtung: die Banken vergeben die Kreditkonditionen entsprechend der Bonität des Antragstellers)
  • es sich um größere Finanzierungssummen (z.B. über 3000 Euro) handelt
  • der Mieter über eine ausreichende Bonität verfügt, und das Darlehen bekommt
  • Dispo

    Der Dispokredit ist ein Kreditrahmen, welcher direkt an das Girokonto angeschlossen ist. Einmal von der Bank eingerichtet, kann der Kontoinhaber bis zur Höhe der vereinbarten Kreditlinie über das Geld verfügen.

    Sinnvoll wenn
    Voraussetzungen
  • das Girokonto keine ausreichende Deckung aufweist
  • es sich um kleine Finanzierungssummen (z.B. bis 300 Euro) handelt
  • die Kontoüberziehung in wenigen Tagen wieder ausgeglichen wird
  • die Bank dem Kunden einen Dispokredit zur Verfügung gestellt hat
  • Zwischenfinanzierung über Bürgschaft

    Mieter die im Moment des Umzugs knapp bei Kasse sind, können die Mietkaution zunächst über eine Bürgschaft zwischenfinanzieren. Verfügt der Mieter zu einem späteren Zeitpunkt wieder über genügend Ersparnisse, lässt sich die Kautionsbürgschaft jederzeit wieder kündigen, und durch eine herkömmliche Kautionsform ersetzen. Voraussetzung hierfür ist das Einverständnis des Vermieters.

    Sinnvoll wenn
    Voraussetzungen
  • das Geld beim Umzug knapp ist
  • die Beitragszahlungen für eine Bürgschaft auf lange Sicht vermieden werden sollen
  • der Vermieter eigentlich lieber eine Barkaution möchte, jedoch dem Kompromiss zugestimmt hat
  • der Wohnungseigentümer mit der Art der Kautionshinterlegung sowie dem späteren Tausch einverstanden ist
  • der Mieter eine ausreichende Bonität für die Bürgschaft besitzt (keine schlechte Schufa)
  • Barkaution

    Hierbei überreicht der Mieter seinem Vermieter die vereinbarte Mietkaution in bar. Das Kautionsgeld wird auf einem klassischen Sparbuch mit dreimonatiger Kündigungsfrist auf den Namen des Vermieters angelegt. Der Mieter erhält nach Beendigung des Mietverhältnisses die Kautionssumme nebst Zinsen ausgezahlt.

    Sinnvoll wenn
    Voraussetzungen
  • keine Finanzierung benötigt oder gewünscht wird
  • der Wohnungseigentümer nur die Barkaution als Mietsicherheit akzeptiert
  • das Geld für die Kaution in einer Summe aufgebracht werden kann
  • der Vermieter das Geld bestimmungsgemäß getrennt von seinem übrigen Vermögen anlegt
  • Mietkautionskonto-/ sparbuch

    Grafik zum Kautionssparbuch

    Hierbei legen die Mietparteien das Kautionsgeld gemeinsam auf einem klassischen Sparbuch mit dreimonatiger Kündigungsfrist an. Das auf den Namen des Mieters laufende Sparkonto wird anschließend an den Vermieter verpfändet. Bei dieser Anlageform können die Mietparteien im Schadensfall nur gemeinsam über das Geld verfügen. Mehr zum Thema Mietkautionskonto

    Sinnvoll wenn
    Voraussetzungen
  • die Kautionssumme vom Mieter auf einmal gezahlt werden kann
  • der Wohnungseigentümer keine andere Hinterlegungsform akzeptiert
  • die Bank eine Verpfändung von Spareinlagen anbietet
  • Tagesgeld

    Hierbei eröffnet der Mieter ein Tagesgeldkonto auf seinen Namen. Das Konto wird zur Gewährleistung des Sicherungszwecks an den Vermieter verpfändet. Da jedoch viele Banken einer Verpfändung Ihrer Tagesgeldkonten nicht zustimmen, ist diese Anlageform nicht sehr weit verbreitet.

    Sinnvoll wenn
    Voraussetzungen
  • die Ersparnisse trotz sonstiger Umzugskosten ausreichen
  • der Eigentümer dieser Anlageform zustimmt
  • die Bank der Verpfändung zustimmt
  • Wertpapierdepot

    Der Mieter eröffnet bei einer Bank oder einem Finanzdienstleister ein Depotkonto auf seinen Namen. Auch hier erfolgt die Verpfändung des Kapitals an den Vermieter, insofern sich die Bank darauf einlässt. Vorteil dieser Anlageform ist eine deutlich höhere Rendite als beim Sparbuch. Da hier jedoch ein Verlustrisiko einkalkuliert werden muss, ist die Akzeptanz bei Vermietern eher gering.

    Sinnvoll wenn
    Voraussetzungen
  • die Kaution auf einmal gezahlt und angelegt werden kann
  • eine höhere Rendite als bei einem Sparbuch gewünscht wird
  • der Vermieter dieser Anlageform zustimmt
  • die Bank oder der Finanzdienstleister eine Verpfändung vornimmt
  • das Verlustrisiko der Wertpapiere gering ist
  • 2 Gedanken zu „Alternativen zur Kautionsbürgschaft“
    1. Kein Kommentar, sondern Frage:

      Als Mieter gab ich 1974 dem Wohnungsverwalter eine Bankbürgschaft der Hypobank. Nach Wechsel „meiner“ Bank erhöhte diese die Bürgschaftskosten auf 18%.
      Der Vermieter weigert sich, eine neue Bankbürgschaft – nun von der Volksbank Bonn-Rhein-Sieg – zu akzeptieren. Muss ich das dulden – ist das also zulässig? Der Vermieter möchte, dass ich die Wohnung aufgebe, um sie viel teurer neu zu vermieten (in München).

      Welcher Ombudsmann wäre zuständig?
      MfG

      1. Hallo,

        zunächst: weder Mieter noch Vermieter müssen eine Bankbürgschaft zur Stellung der Mietkaution akzeptieren, siehe Beitrag hier. Der Vermieter ist jedoch verpflichtet, die normale Kautionsanlage auf einem Sparbuch zu akzeptieren. In Ihrem Fall würde es Sinn ergeben, auf das klassische Mietkautionskonto auszuweichen, bevor Sie weiterhin eine Gebühr von 18 Prozent zahlen müssen.

        Für Mieter ist mir aktuell keine Schlichtungsstelle bekannt. Wenden Sie sich bitte am besten an den örtlichen Mieterverein.

        Viel Erfolg!

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