Was ist eine Mietkautionsbürgschaft und wie funktioniert sie?

Mieter und Vermieter können sich darauf einigen, dass die Mietkaution nicht in Form von Bargeld, sondern als Bürgschaft hinterlegt wird. Wir erläutern, was eine Mietkautionsbürgschaft ist, und wie sie funktioniert.

Was ist eine Bürgschaft?

Definition: Die Bürgschaft ist ein Vertrag, welcher den Bürgen verpflichtet, für die Erfüllung der Verbindlichkeiten des Schuldners gegenüber dessen Gläubiger einzustehen.

Bürgschaften werden gewöhnlich als Sicherheit im Kreditgeschäft verwendet. Die Bank vergibt einen Kredit an ihren Kunden. Sie hat demnach eine Forderung an ihn. Wer gegenüber einem anderen eine Geld-(Leistung) fordern kann, wird als Gläubiger bezeichnet. Der Kunde schuldet der Bank wiederum Geld aus dem Kredit. Er ist somit der Schuldner. Die Bank verlangt nun von ihrem Kunden eine Sicherheit, falls das Geld nicht zurückgezahlt werden kann. Der Kunde bittet einen Familienangehörigen, für ihn zu bürgen. Der Angehörige nimmt die Position des Bürgen ein.

So funktioniert eine Mietkautionsbürgschaft

Funktionsweise einer MietkautionsbürgschaftEine Bürgschaft zur Stellung der Mietkaution wird folgerichtig als Mietkautionsbürgschaft bezeichnet. Der Vermieter fordert das Geld aus der Miete, und ist somit Gläubiger. Der Mieter schuldet dem Vermieter Geld, und nimmt demnach die Position des Schuldners ein. Bürge ist die Kautionskasse, bzw. die im Hintergrund absichernde Bank oder Versicherung. Kann der Mieter z.B. seine Miete nicht mehr zahlen, springt die Versicherung ein, und zahlt einen Geldbetrag an den Vermieter aus. Auch bei der Kautionsbürgschaft gilt die gesetzliche Obergrenze von drei Monatsmieten.

Die Bürgschaft im Gesetz

Die gesetzlichen Regelungen befinden sich im Bürgerlichen Gesetzbuch, in den §§ 765 ff. Die Kautionsbürgschaft ist im Gesetz nicht gesondert geregelt, wird jedoch von der Rechtsprechung anerkannt. Die folgenden Ausführungen beziehen sich daher auf die allgemeine Bürgschaft.

Verpflichtung des Bürgen

(1) Durch den Bürgschaftsvertrag verpflichtet sich der Bürge gegenüber dem Gläubiger eines Dritten, für die Erfüllung der Verbindlichkeit des Dritten einzustehen.

(2) Die Verpflichtung kann auch für eine künftige oder eine bedingte Verbindlichkeit übernommen werden.

Formvorschriften

Die Bürgschaftserklärung muss alle wichtigen Angaben enthalten. Dabei müssen die Höhe der Geldsumme, der Name des Gläubigers sowie die Laufzeit benannt sein. Damit der Vertrag (rechts)gültig ist, muss er zudem schriftlich abgeschlossen werden (so genannte Schriftform). Ausnahme: beim Bürgen handelt es sich um einen Unternehmer. Man spricht von einem so genannten Vollkaufmann nach HGB. Die gesetzlichen Regelungen findet man in § 766 im Bürgerlichen Gesetzbuch.

Arten der Kautionsbürgschaft

Es gibt verschiedene Mietkautionsbürgschaften. Bürge kann eine Bank oder eine Versicherung sein. Bei der selbstschuldnerischen Bürgschaft kann der Vermieter den Bürgen sofort in Anspruch nehmen, ohne sich vorher an den Mieter zu halten. Bei der Bürgschaft auf erstes Anfordern ist der Bürge im Schadensfall sofort zur Leistung verpflichtet, ohne dass der Mieter vorher eine Stellungnahme zum Sachverhalt abgibt. Eine ausführliche Darstellung bietet die folgende Seite.

weiterlesen: Mietkautionsversicherung (Versicherung bürgt für Vermieter) und Bankbürgschaft (die bankgesicherte Mietkaution)

Mieter muss Geld zurück erstatten

Eine private Haftpflichtversicherung oder eine Hausratversicherung zahlt im Schadensfall den entsprechenden Geldbetrag an den Geschädigten aus. Damit ist die Angelegenheit für den Versicherungsnehmer erledigt. Eine Kautionsbürgschaft funktioniert jedoch anders. Hier tritt der Bürge mit der Zahlung an den Vermieter lediglich in Vorkasse. Nach der Inanspruchnahme durch den Hausherrn muss der Mieter das Geld an die Versicherung oder Bank zurück erstatten.

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