Bonität und Voraussetzungen für eine Mietkautionsbürgschaft

Voraussetzungen und BonitätEine Mietkautionsbürgschaft erhalten Mieter grundsätzlich auch ohne ein bestimmtes Einkommen. Eine Zusage ist jedoch immer von der gesamten Bonität abhängig. So müssen Antragsteller i.d. Regel über eine einwandfreie Schufa verfügen, sowie einige formelle Voraussetzungen erfüllen.

Formelle Voraussetzungen

Für die Gewährung einer Kautionsbürgschaft haben Antragsteller folgende grundsätzliche Bedingungen zu erfüllen, siehe folgende Auflistung.

  • Mindestalter 18 Jahre
  • vollständiger Antrag: alle Angaben zur Person sowie zum Mietobjekt
  • Wohnsitz / Mietobjekt in Deutschland
  • Bankverbindung bei einer deutschen Bank oder einer Bank mit Niederlassung in Deutschland

Erforderliche Unterlagen

Der Antragsprozess wird komplett online abgewickelt. Sie müssen normalerweise keine zusätzlichen Dokumente einreichen. Wird Ihr Personalausweis verlangt, können Sie eine Kopie eingescannt per Email an den Anbieter versenden. Möchten Sie eine Bankbürgschaft wie z.B. über die SWK-Bank abschließen, müssen Sie Ihre Personalien über das sogenannte Post-Ident-Verfahren bestätigen lassen. Bei höheren Bürgschaftssummen wie z.B. ab 10.000€ ist auf Anfrage die Einreichung folgender Unterlagen als Kopie notwendig, siehe folgende Auflistung.

  • Gehaltsnachweis oder Rentenbescheid
  • Bestätigung des bisherigen Vermieters über Mietschuldenfreiheit
  • Mietvertrag in Kopie
  • Personalausweis oder Reisepass

Zusätzliche Nachweise sind notwendig, wenn Sie mit der Bürgschaft Mieträume für ein Gewerbe absichern möchten.

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Welche Bonität muss ein Antragsteller vorweisen?

Der Begriff Bonität steht normalerweise im Zusammenhang mit der Vergabe von Krediten. Frei übersetzt ist bedeutet er Kreditwürdigkeit – also die Fähigkeit Zahlungsverpflichtungen fristgemäß zu erfüllen. Da die Bürgschaft einen Mietvertrag absichert, bezeichnet die Bonität in diesem Fall die Fähigkeit des Mieters, die Pflichten aus dem Mietvertrag zu erfüllen. Sie müssen daher als Mieter zunächst eine Bonitätsprüfung durchlaufen, siehe nächster Abschnitt. Fällt die Prüfung positiv aus, und werden alle sonstigen Voraussetzungen (siehe oben) erfüllt, steht einer Zusage nichts im Wege.

  • Bonitätsprüfung mit positivem Ergebnis (keine Negativmerkmale und ausreichend hoher Score)
  • Festes und unbefristetes Arbeitsverhältnis (nur bei Bankbürgschaft)
  • Einkommen in ausreichender Höhe (nur bei Bankbürgschaft)

Wie läuft die Bonitätsprüfung ab?

Die Prüfung der Bonität ist in den Antragsprozess integriert. Sie erfolgt online und vollautomatisiert über datenbasierte Schnittstellen. Je nach Anbieter wird entweder bei der Schufa, Infoscore – oder bei gewerblichen Bürgschaften über Creditreform – eine Auskunft eingeholt. Sie erhalten als Mieter bei einem positiven Ergebnis innerhalb von wenigen Sekunden eine Zusage, und können den Antragsprozess direkt fortsetzen. Bei einem negativen Ergebnis werden Sie ebenso schnell benachrichtigt. Sie erhalten in dem Fall bei diesem Anbieter keine Bürgschaft. Sie können den Antragsprozess dann direkt abbrechen. Ihnen entstehen keinerlei Kosten.

Was ist der Score?

Der Score ist eine Kennzahl zur Beurteilung der Bonität eines Vertragspartners. Anhand dieser Kennzahl wird bei einer Bonitätsprüfung anhand mathematisch-statistischer Analyseverfahren die Wahrscheinlichkeit für eine Vertragserfüllung bzw. eines Zahlungsausfalls ermittelt. Anhand des Scorewert wird aus Erfahrungswerten der Vergangenheit (z.B. den gespeicherten Informationen bei der Schufa) eine Prognose über die zukünftige Zahlungsfähigkeit eines Vertragspartners erstellt. Der Score wird u.a. anhand folgender Merkmale ermittelt:

  • Bestehende Vertragsverpflichtungen: z.B. laufende Kreditverträge, Handyverträge, Kreditkarten
  • Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit: dazu gehören Einkommen, Ausgaben, verfügbare Mittel
  • Frühere Kreditverpflichtungen, Anfragen, Rückzahlungen
  • Anzahl der Girokonten, Wechsel der Bankverbindung
  • Häufigkeit des Wohnortwechsels, Qualität des Wohnumfelds

Negativmerkmale bei der Bonität

Wird die Übernahme einer Bürgschaft abgelehnt, sind hierfür meist sogenannte Negativmerkmale die Ursache. Es wird zwischen harten und weichen Negativmerkmalen unterschieden. Jedoch führt nicht jedes Negativmerkmal gleich zu einer Vertragsablehnung. Gerade bei den weichen Faktoren müssen meist mehrere Punkte zusammenkommen.

Harte Negativmerkmale

Harte Negativmerkmale bestehen dann, wenn der Antragsteller in der Vergangenheit durch eine schlechte Zahlungsmoral aufgefallen ist. Im Folgenden werden einige Beispiele aufgeführt:

  • Geplatzte Lastschriften und Kreditkartenabbuchungen
  • unbezahlte Rechnungen (Versandhaus, Handyverträge)
  • Mahnbescheid (bei unbestrittener Forderung)
  • Zwangsvollstreckungsmaßnahmen
  • Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung
  • laufende Privatinsolvenz
  • Kündigung der Bankverbindung durch die Bank

Weiche Negativmerkmale

Jedoch auch ohne harte Negativmerkmale kann der Score zu niedrig sein. Meist müssen hier jedoch mehrere der folgenden Faktoren zusammentreffen:

  • Zahlungsverpflichtungen von Darlehen werden zwar bedient, sind jedoch im Verhältnis zum Einkommen sehr hoch.
  • mehrere Handyverträge oder Versandhauskonten
  • häufige Wohnungswechsel
  • mehrere Girokonten bei verschiedenen Banken und / oder häufige Wechsel der Bank
  • zu häufiges Abfragen der Bonität bei der Schufa
  • Qualität des Wohnumfeldes (die Schufa unterscheidet je nach Häufigkeit von Kreditausfällen gute und schlechte Wohnadressen)
  • Zugehörigkeit zu bestimmter Berufsgruppe

Mein Antrag wurde abgelehnt: was nun?

Ist der Score zu niedrig, oder bestehen bestimmte harte Negativmerkmale, kann dies zu einer Ablehnungsentscheidung der Kautionskasse führen. Wurde Ihr Antrag tatsächlich abgelehnt, heißt das jedoch nicht, dass Sie als Mieter keine Bürgschaft erhalten. So kann sich die Anfrage bei einem anderen Anbieter durchaus lohnen. Wer aufgrund nicht ausreichender Bonität bei einer Bankbürgschaft abgelehnt wurde, hat immer noch gute Chancen, eine Mietkautionsversicherung zu erhalten. Scheitert bei einem Antragsteller die Zusage an bestimmten Negativmerkmalen in der Schufaauskunft, kann sich eine Anfrage bei einer Kautionskasse lohnen, welche die Bonitätsprüfung über Infoscore abwickelt. Die Auskunfteien greifen auf unterschiedliche Quellen zurück, weshalb eine erneute Bonitätsprüfung über eine andere Auskunftei durchaus zu einem anderen Ergebnis führen kann. Ein Überblick über die Bonitätskriterien der Anbieter verschafft die folgende Tabelle:

Anbieter
Bürge
auf erstes Anfordern
Auskunftei
Anbieter
Bürge
Versicherung
auf erstes Anfordern
nein
Auskunftei
Infoscore
Anbieter
Bürge
Bank
auf erstes Anfordern
ja
Auskunftei
Schufa
Anbieter
Kautionsfuchs
Logo des Kautionsfuchs
Bürge
Versicherung
auf erstes Anfordern
ja
Auskunftei
Infoscore
Anbieter
Segura
Logo von Segura
Bürge
Versicherung
auf erstes Anfordern
nein
Auskunftei
Infoscore
Anbieter
Bürge
Versicherung
auf erstes Anfordern
ja
Auskunftei
Schufa
Anbieter
Bürge
Versicherung
auf erstes Anfordern
ja
Auskunftei
Schufa
Anbieter
Bürge
Versicherung
auf erstes Anfordern
nein
Auskunftei
Infoscore
Anbieter
Bürge
Versicherung
auf erstes Anfordern
ja
Auskunftei
Infoscore
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4 Gedanken zu „Bonität und Voraussetzungen für eine Mietkautionsbürgschaft“
  1. Hallo,

    ich bin selbstständiger Unternehmer. Im Jahr 2015 hatte ich einen Umsatz von 155000,00€, im Jahr 2014 waren es 130000,00€ und im Jahr 2013 waren es 135000,00€. Das alles habe ich durch die GuV und die Einkommenssteuerbescheide sowie die Gewerbesteuerbescheide nachgewiesen. Als ich mich um eine Wohnung bewarb, wurde ich überall abgelenht da ich einen negativen Schufaeintrag hatte, und das obwohl ich die Mitkaution den Vermietern gleich auf den Tisch gelegt hatte. Somit braucht man für die Kaution keinen Bürgen, denn die paar Euro legen die meisten bei Vertragsabschluss gleich auf den Tisch. Hier scheint es nur darum zu gehen, wie zuverlässig jemand zu seien scheint oder auch nicht. Oder? ich finde der Firma SCHUFA wird hier zu viel Macht in die Hand gegeben.

    1. Hallo Bernd,

      danke für Ihren Kommentar. Was Sie sagen, trifft im Prinzip zu. Eine Schufaabfrage dient dazu, die Zahlungsfähigkeit / Zuverlässigkeit einer Person zu überprüfen. Das ist unabhängig davon zu sehen, ob jemand eine Bürgschaft oder einen Kredit abschließen möchte, oder eine Wohnung sucht. Das Ganze stellt quasi eine Schutzfunktion für den Vertragspartner dar. Ein Vermieter soll so z.B. möglichst vor Mietschuldnern geschützt werden. Ein Kreditgeber vor dem Ausfallrisiko. Das System hat allerdings seine Schwächen. Denn nicht selten trifft es auch Personen, die eigentlich zahlungsfähig sind, wo ein Eintrag unberechtigterweise erfolgt. So werden manchmal Personen bzw. Vertragsinhaber schlicht namentlich verwechselt. Oder Telefonanbieter verschicken falsche Rechnungen, wo dann noch ein übereifriger Mitarbeiter vorzeitig und ohne rechtliche Handhabe die Meldung an die Schufa tätigt. Steht der Eintrag erst mal drin, hat derjenige seine Kreditwürdigkeit bis auf weiteres verloren. Das Prozedere den Eintrag wieder loszuwerden, ist ziemlich langwierig. Da gibt es dringenden Verbesserungsbedarf sowie Handlungsbedarf seitens der Politik.

      Mit freundlichen Grüßen
      Die Redaktion

  2. Hallo,

    ich finde nirgendwo Angaben, ob das Alter des Mieters egal ist, oder ob es da Grenzen gibt…
    Meine Mutter ist 78. Würde das auch gehen?

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