Mietkaution zahlen – Kredit, Bürgschaft oder doch in Raten?

Freundlich und seriös auftreten, eine lupenreine Schufa sowie Gehaltsabrechnungen sind schon die halbe Miete für die Traumwohnung. Doch wer wirklich einen Fuß in die Tür setzen will, sollte auch beim Thema Mietkaution punkten. Doch wie am besten zahlen, wenn das Geld knapp ist? Ein beliebtes Mittel sind Ratenkredite, Bürgschaften oder auch der Dispo. Was am günstigsten ist, und worauf man achten sollte.

Zinsen

Wir werfen zunächst einen Blick auf die Zinskosten, siehe unten. Die angegebenen Zinsen sind jeweils Durchschittszinssätze verschiedener Anbieter. Diese haben wir aktuell recherchiert (Stand August 2017). Fazit: die wenigsten Zinsen fallen für den Kleinkredit an. Die Zahlung in Raten ist quasi zinslos, da der Betrag in drei monatlichen Raten an den Vermieter abgestottert wird. Die Ratenzahlung ist auf den ersten Blick der Gewinner. Doch was bedeutet dies für die monatliche Belastung des Haushaltsbudgets?

Kautionssumme 1.800€
Dispo
Bürgschaft
Kleinkredit
Ratenzahlung
Zinssatz
∅ 10,2%
∅ 4,5%
∅ 4,0%
nur Rate, keine Zinsen

§ 551 BGB – Kaution zahlen in Raten ist erlaubt

Bei Vermietern unbeliebt, vom Gesetzgeber jedoch ganz offiziell vorgesehen: die Zahlung der Mietkaution in drei Raten.

§ 551 Abs. 2 BGB: ist als Mietsicherheit eine Geldsumme bereitzustellen, ist der Mieter zu drei gleichen monatlichen Teilzahlungen berechtigt. Die erste Teilzahlung ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig. Die beiden anderen Raten sind zusammen mit den unmittelbar folgenden Mieten zu leisten.

Monatliche Belastung

Der Zinssatz sagt nur bedingt etwas über die Höhe der finanziellen Belastung aus. Denn hierfür spielt auch die Rückzahlung der eigentlichen Geldsumme eine Rolle. Bei der Bürgschaft wird gar keine Tilgung fällig. Hier fällt nur ein Beitrag wie bei einer Versicherung an. Die Unterschiede soll folgendes Beispiel erläutern:

Herr M. mietet eine Wohnung für 500,00 € pro Monat ohne Nebenkosten. Er muss 3 Monatsmieten Kaution zahlen. Das sind insgesamt 1.500,00 €. Da er nicht flüssig ist, muss er den Betrag finanzieren.

Kosten in Euro
Dispo
Bürgschaft (Beitrag pro Monat / Jahr)
Kleinkredit
Ratenzahlung
Zinssatz
∅ 10,2%
∅ 4,5%
∅ 4,0%
nur Rate, keine Zinsen
Rate pro Monat
512,75
5,63
505,00
500,00
Erläuterung
1500,00 / 3 + 12,75 Zinsen
1500,00 / 3 + 5,63 Zinsen
Jahresbeitrag auf den Monat umgerechnet
nur Rate ohne Zinsen

Die Beispielrechnung geht davon aus, dass die Rückzahlung in drei Monaten erfolgt. So ist ein direkter Vergleich mit der gesetzlich erlaubten Ratenzahlung möglich. Bei den beiden Krediten wird der Kautionsbetrag in Höhe von 1.500 Euro durch drei geteilt, und die Zinsen hinzu addiert. Die höchste monatliche Belastung gibt es beim Dispo, gefolgt vom Ratenkredit. Bei der Ratenzahlung wird wie bei den beiden Krediten verfahren, nur dass keine Zinsen anfallen. Der Zinssatz für die Mietkautionsbürgschaft beträgt zwar 4,5 Prozent. Die Zahlung für die Bürgschaft ist jedoch vergleichsweise niedrig, da nur der Beitrag und keine Tilgung anfällt. Gewinner in Sachen Schonung des Haushaltsbudgets während des Umzugs ist klar die Bürgschaft.

Anforderungen an Bonität

Welche Finanzierungsart sinnvoll ist, hängt auch von der Bonität des Mieters ab. Ohne einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit Mindestgehaltseingang nebst Schufaauskunft mit ausreichendem Score geht bei einem Kredit i.d. Regel nichts. Beim Kleinkredit ist die Vergabe der Konditionen zudem von der finanziellen Leistungskraft des Antragstellers abhängig. Die günstigen Zinsen aus der Werbung gibt es nur bei guter Bonität. Bei durchschnittlicher Kreditwürdigkeit werden trotz Niedrigzinsphase weiterhin mindestens fünf oder sechs Prozentpunkte fällig. Leichter zu bekommen ist hingegen die Bürgschaft. Hier reicht eine einwandfreie Schufaauskunft aus, ein Mindesteinkommen ist nicht notwendig. Daher ist die Bürgschaft gerade für Studenten, Minijobber oder Geringverdiener sinnvoll. Wer die Ratenzahlung wählt, muss sich keiner Kreditprüfung unterziehen. Es muss lediglich genug Geld vorhanden sein, um die Kaution innerhalb von drei Monaten vollständig an den Vermieter zu bezahlen. In Sachen Bonität sind die Bürgschaft sowie die Ratenzahlung der Gewinner. Bestand schon ein Dispokredit auf dem Girokonto, lässt sich dieser ohne weitere Kreditprüfung nutzen.

Zahlungsform
Dispo
Bürgschaft
Kleinkredit
Ratenzahlung
Anforderung an Bonität
gute Schufa + Mindest-Gehaltseingang
gute Schufa
gute Schufa + Mindest-Gehaltseingang
keine Bonitätsprüfung nötig

Dauer bis Verfügbarkeit

Manchmal spielt auch die zeitliche Komponente eine Rolle. Z.b. wenn man dem Vermieter die Mietsicherheit möglichst schnell präsentieren möchte, um in der engeren Auswahl für die Wohnung zu bleiben. Stellt die Bank einen Dispokredit auf dem eigenen Girokonto bereits zur Verfügung, steht das Kapital sofort bereit. Muss der Dispo dagegen erst beantragt werden, ist mit einer Bearbeitungszeit von mehreren Bankarbeitstagen zu rechnen. Der Kleinkredit muss in jedem Fall beantragt werden, und wird frühestens nach drei Bankarbeitstagen ausgezahlt. Schneller mit nur 24 Stunden Bearbeitungszeit geht es bei der Bürgschaft. Die Ratenzahlung wird mit eigenem Geld geleistet, welches im Optimalfall bereits auf dem eigenen Girokonto vorhanden ist. Beim Zeitraum bis zur Verfügbarkeit haben Ratenzahlung und Bürgschaft die Nase vorn.

Dauer
Dispo
Bürgschaft
Kleinkredit
Ratenzahlung
Zinssatz
wenn bereits vorhanden sofort, ansonsten mehrere Tage
ein bis zwei Werktage
drei bis vier Bankarbeitstage
sofort verfügbar falls Ersparnisse vorhanden

Flexibilität

Kreditraten sollte man so schnell wie möglich wieder loswerden. Denn schließlich hält das Leben noch andere Zahlungsverpflichtungen bereit. Somit ist auch ein Blick auf die Flexibilität durchaus sinnvoll. Oder anderes ausgedrückt: wie schnell komme ich aus dem Vertrag wieder raus? – und das mit möglichst wenig Aufwand und ohne zusätzliche Kosten. Wir beginnen mit dem Dispokredit. Ist dieser erst mal eingeräumt, lässt er sich ohne zusätzliche Formalitäten nutzen. Eine Rückzahlung ist möglich, ohne dass der gesamte Dispovertrag gekündigt werden muss. Zusätzliche Gebühren gibt es nicht. Ein Kleinkredit ist dagegen erstmal ein Vertrag mit fester Laufzeit. Eine schnellere Rückzahlung ist jedoch machbar. Die Höhe der möglichen Sondertilgungen ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Für den erhöhten Arbeitsaufwand stellen einige Banken jedoch Gebühren in Rechnung. Eine komplette Rückzahlung kann sich über mehrere Monate hinziehen. Die Kautionsbürgchaft lässt sich von heute auf morgen kündigen, sobald sie der Vermieter freigibt. Der Beitrag wird tag genau abgerechnet, und falls nötig erstattet. Am flexibelsten ist die Ratenzahlung sowie der Dispokredit, da der Vorgang formlos und ohne Wartezeit und Kosten abläuft. Am unflexibelsten ist der Kredit, da ein „Ausstieg“ nicht von heute auf morgen und nur mit zusätzlichen Kosten möglich ist.

Zahlungsart
Dispo
Bürgschaft
Kleinkredit
Ratenzahlung
Flexibilität
sofort rückzahlbar, ohne Formalitäten und zusätzliche Kosten
kein sofortiger Ausstieg möglich, eventuell zusätzliche Kosten der Bank
Kündigung sofort möglich, tag genaue Beitragsabrechnung
sofort zahlbar, ohne Formalitäten und zusätzliche Kosten

Fazit: wie Kaution bezahlen?

Wer mit seinen nächsten drei Gehaltseingängen das Geld für die Mietkaution locker wieder reinholt, sollte sich für die Zahlung in Raten entscheiden. Denn schließlich muss man sich hier keine Gedanken um Zinssätze, Laufzeiten oder sonstige Kosten machen. Wer mit der Rückzahlung ebenfalls zügig bei der Sache ist, jedoch nicht über genug Guthaben verfügt, kann den Dispokredit nutzen. Die Bürgschaft bietet aufgrund der wegfallenden Tilgung eine sehr liquiditätsschonende Variante. Zudem kommt man schnell und unkompliziert aus dem Vertrag heraus. Sie ist für Mieter geeignet, die sich zunächst eine Weile von den Umzugskosten finanziell erholen müssen. Der klassische Mietkautionskredit ist für Mieter eine Lösung, die tatsächlich günstige Zinsen erhalten, und sich mit der Rückzahlung Zeit lassen.

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