Inkrafttreten, Vertrag und Laufzeit

Sowohl der Vertragsbeginn als auch die Laufzeit können bei einer Mietkautionsbürgschaft flexibel an die Anforderungen des Mietverhältnisses angepasst werden. Der Vertrag beginnt immer mit dem Datum, welches auf der Urkunde steht.

Vertragsabschluss: So ist der Ablauf

Der Mieter stellt bei einer Kautionskasse oder Bank einen Antrag auf Übernahme einer Kautionsbürgschaft. Er muss hierfür einige Voraussetzungen erfüllen. Nach Erhalt der Zusage wird der erste Jahresbeitrag fällig. Anschließend wird die Urkunde erstellt. Diese wird dann an den Vermieter übergeben, womit die Hinterlegung der Mietkaution „erledigt“ ist.

Der Ablauf in Kürze

  • 1. Mieter beantragt die Bürgschaft.
  • 2. Antrag wird angenommen (oder abgelehnt).
  • 3. Mieter zahlt Beitrag.
  • 4. Urkunde wird erstellt.
  • 5. Vermieter erhält die Bürgschaftsurkunde und damit seine Kaution.

Inkrafttreten: Wann beginnt der Vertrag?

Der Bürgschaftsvertrag tritt mit Ausstellung der Urkunde in Kraft. Vertragsbeginn ist somit immer das Datum auf der Bürgschaftsurkunde. Der Vermieter ist ab dem Moment abgesichert, wo der Vertrag abgeschlossen wurde. Ob er die Urkunde sofort, oder erst ein paar Tage später erhält, ist dabei nicht von Belang. Einen rückwirkenden Schutz – falls die Bürgschaft später abgeschlossen wurde – gibt es allerdings auch nicht. Es besteht also keine zeitliche Koppelung an den Mietvertrag, siehe auch folgende Beispiele:

1. Beginnender Mietvertrag
Der Vertrag wird zu Beginn des Mietverhältnisses abgeschlossen. Der Hausherr ist vom ersten Tag an über die Bürgschaft abgesichert.
2. Laufender Mietvertrag
Die Bürgschaft wird erst später abgeschlossen, und ersetzt ein zuvor hinterlegtes Sparkonto.

Wie lang ist die Laufzeit?

Feste Laufzeiten von z.B. 12 oder 24 Monaten wie bei einem Handyvertrag gibt es bei einer Mietkautionsbürgschaft nicht. Die Dauer richtet sich im Prinzip danach, wie lange der Vermieter die Bürgschaft zur Absicherung seiner Ansprüche aus dem Mietvertrag benötigt. Gibt der Hausherr die Mietkaution frei, lässt der Vertrag danach schnell und unkompliziert kündigen. Wir erläutern dies an einigen praktischen Beispielen.

1. Der Mietvertrag endet
Es wurden alle Ansprüche aus Mietvertrag geklärt: Der Vermieter hat alle Miet- und Nebenkostenzahlungen vom Mieter erhalten, und die Wohnung wurde nach dem Auszug mängelfrei übergeben. Hier endet auch die Laufzeit der Bürgschaft. Eine Kündigung ist möglich.
2. Stellung von Ersatz-Sicherheit
Das Mietverhältnis besteht weiter fort. Die Mietparteien einigen sich allerdings auf eine andere Mietsicherheit wie z.B. eine Barkaution oder ein Sparkonto.
3. Fortführung nach Umzug
Ein Mieter möchte auch in der neuen Wohnung eine Bürgschaft nutzen. Hierfür wird der Vertrag zunächst gekündigt. Danach wird ein Folgevertrag geschlossen, der an die Bedingungen des neuen Mietobjekts angepasst wird. Hierzu wird eine neue Bürgschaftsurkunde ausgestellt.
4. Wechsel des Vermieters
Ein neuer Eigentümer übernimmt das Mietobjekt. In einigen Fällen werden die Kautionsvereinbarungen mit den Mietern neu ausgehandelt. Die bestehenden Verträge werden hierzu abgeändert, oder es werden neue abgeschlossen.

Vertragspartner einer Kautionsbürgschaft

Grafik zu den VertragspartnernBei den Vertragsparteien handelt es sich um den Mieter, den Vermieter sowie die Kautionskasse (bzw. die beim Schadensfall bürgende Versicherung oder Bank). Die Vertragspartner stehen im bei Bürgschaften üblichen Dreiecksverhältnis zueinander. Zu Beginn treten lediglich der Mieter sowie die Kautionskasse miteinander in Kontakt. Die Rolle des Vermieters ist zunächst passiv. Dieser wird erst dann aktiv, wenn es zu einem Schadensfall kommt, und er sein Recht auf Auszahlung der Kautionssumme geltend macht. Siehe auch unser Artikel zur Inanspruchnahme.

Höhe Kaution eintragen
2 Gedanken zu „Inkrafttreten, Vertrag und Laufzeit“
  1. Nicht praktikabel, denn hier ist eine eindeutige Benachteilung zu Lasten des Versicherungsnehmer vorhanden.

    Denn wenn der Vermieter die Police nicht zurück gibt (aus welchen Gründen auch immer) , werden weiterhin die jährliche Versicherungssumme fällig. Eine Kündigung seitens des Mieters ist in keinem Fall ausreichend! Selbst dann nicht, wenn der Versicherung bekannt ist, dass für die in Anspruch genommene Kautionsbürgschaft durch Wohnungswechel ein Mietverhältnis nicht mehr existiert. Eidesstattliche Erklärungen oder Eingaben werden ignoriert.

    1. Sehr geehrte Damen und Herren,

      vielen Dank für Ihre Anmerkung. Wir haben die etwas mißverständliche Erläuterung angepasst. Ein Mieter kann den Bürgschaftsvertrag durch Rückgabe der Urkunde an die Kautionskasse beenden. Natürlich muss der Vermieter hierfür erstmal die Urkunde an den Mieter herausgeben. Das geschieht wiederum erst dann, wenn alle Ansprüche des Hausherrn aus dem Mietvertrag, wie z.B. Mietzahlungen oder Nebenkosten vom Mieter geleistet wurden. Im Ergebnis bestimmt der Vermieter, wann der Vertrag endet (ausführlicher nochmal hier). Das ist übrigens bei der normalen Bar-Mietkaution nicht anders. Nur dass der Vermieter in diesem Fall mit der Sparbuchauflösung bzw. der Auszahlung des Bargeld eben so lange wartet, bis alle Ansprüche erledigt sind. Geht auch nicht anders, denn wenn die Kaution erst mal ausgezahlt wurde, und danach noch ein Schaden auftritt, hat der Vermieter keine Handhabe mehr. Was die Prämienzahlung betrifft, ist dies in der Tat für den Mieter unglücklich. Denn wenn der Hausherr z.B. ein halbes Jahr für Abrechnung der letzten Nebenkostenabrechnung benötigt, wird für den Mieter zumindest nochmal ein halber Jahresbeitrag fällig.

      Mit freundlichen Grüßen
      Die Redaktion

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