Mietkautionskonto

Grafik zum MietkautionskontoDas Sparbuch ist die derzeit am häufigsten genutzte Variante zur Hinterlegung der Kaution. Es gibt jedoch auch Alternativen mit einer höheren Rendite. Wir erläutern wie ein Mietkautionskonto funktioniert, wie es eröffnet wird, und welche Möglichkeiten und Anbieter es gibt.

Anbieter, Zinsen und Gebühren im Vergleich

Höchstens 0,1% Zinsen bieten klassische Sparkonten derzeit. Leider fallen häufig auch Gebühren an. Laut unseren Recherchen bei verschiedenen Banken betragen die Kosten zwischen 0 und 25 Euro. Sie fallen einmalig bei der Eröffnung an. Die Gebühr zahlt immer der Kontoinhaber. Bei einigen Anbietern gibt es das Mietkautionskonto auch kostenlos. Wir haben für Sie recherchiert, und die Konditionen von fünf bekannten Kreditinstituten in Erfahrung gebracht, (Stand Februar 2017). Bei der Volkswagenbank gibt es ein verpfändbares Tagesgeldkonto. Bei den anderen Instituten gibt es nur das klassische Sparkonto, was sich jedoch online eröffnen lässt.

Banken
Zinsen + Infos
Kontoart
Beantragen
Volkswagenbank
Logo der Volkswagenbank
  • Guthabenzinsen: 0,40%
  • Gebühren für Eröffnung: 15 Euro
  • verpfändbar: ja
  • online beantragen: ja
  • Tagegeldkonto
    Leider konnten wir bisher nur eine Bank für Tagesgeld ermitteln, die auch eine Verpfändung an den Vermieter durchführt. Über weitere Angebote und Vorschläge – vorzugsweise Online-Angebote – sind wir sehr dankbar, und werden diese mit in die Liste aufnehmen. Sie können Ihren Vorschlag gerne als Kommentar hinterlassen.
    DKB
    Logo der Deutschen Kreditbank
  • Guthabenzinsen: 0,10%
  • Gebühren: keine
  • verpfändbar: ja
  • online beantragen: ja
  • Sparkonto
    PostbankLogo der Postbank
  • Guthabenzinsen: 0,01%
  • Gebühren: keine
  • verpfändbar: ja
  • online beantragen: ja
  • Sparbuch
    BBBankLogo der BBBank
  • Guthabenzinsen: 0,01%
  • Gebühren: keine
  • verpfändbar: auf Anfrage
  • online eröffnen: ja
  • Sparbuch
    TargobankLogo der Targobank
  • Guthabenzinsen: 0,01%
  • Gebühren: keine
  • verpfändbar: auf Anfrage
  • online beantragen: nein
  • Sparbuch

    Kautionskonto im Gesetz

    Die Anlage auf einem Kautionskonto erfolgt mit dreimonatiger Kündigungsfrist zum üblichen Zinssatz für Spareinlagen. Diese ist als Mindestanforderung des Gesetzgebers zu verstehen. Das heißt im Klartext: der Vermieter kann auch einer anderen Anlageform zustimmen, jedoch hat der Mieter hierauf keinen gesetzlichen Anspruch. Die Zinsen gehören ebenso wie das angelegte Geld dem Mieter.

    Die Vorschriften kurz zusammengefasst

    • Es gilt der §551 BGB Abs. 3.
    • Anlage wird als offenes Treuhandkonto geführt.
    • Konto wird zu dem für Spareinlagen (Sparbuch) üblichen Zinssatz geführt.
    • Es gilt eine dreimonatige Kündigungsfrist.
    • Die Zinsen stehen dem Mieter zu.
    • Die Auswahl einer anderen Sparform ist von der Zustimmung des Vermieters abhängig.
    • Bei Anlage des Kontos auf den Namen des Mieters wird die Spareinlage zugunsten des Vermieters verpfändet.

    Was bedeutet dreimonatige Kündigungsfrist?

    Eine Verfügung ist offiziell von Seiten der Bank erst erwünscht, nachdem das Sparguthaben vom Kontoinhaber gekündigt wurde, und seitdem 3 Monate vergangen sind. Der Inhaber kann jedoch auch jederzeit sofort Geld abheben. Die Bank berechnet hierfür so genannte Vorschusszinsen. Diese betragen jedoch bei kleinen Geldsummen und / oder einer niedrigen Verzinsung nur ein paar Cent.

    Mietkautionskonto eröffnen

    Der Vermieter legt die vom Mieter erhaltene Kautionssumme auf einem so genannten Treuhandkonto an. Das bedeutet: der Hausherr verwaltet das Geld lediglich für seinen Mieter. Dieser bleibt jedoch Eigentümer. Zudem erfolgt eine getrennte Anlage des Geldes vom übrigen Vermögen des Hauseigentümers. Mit der Treuhandanlage wird erreicht, dass der Vermieter das Geld nicht missbräuchlich verwendet, und der Mieter im Falle einer Insolvenz des Hausherrn sein Geld nicht verliert. Die Spareinlage wird mit einem Sperrvermerk „wegen Mietkaution“ versehen. Ein Mietkautionskonto kann sowohl auf den Namen des Vermieters als auch auf den Namen des Mieters eröffnet werden. Hierbei sind einige Unterschiede und Besonderheiten zu beachten. Traditionell erfolgt die Hinterlegung auf einem Sparbuch. Die Mietparteien können sich auch auf andere Anlageformen einigen.

    Eröffnung auf den Mieter

    Der Mieter legt das Sparbuch auf seinen Namen an. Zur Gewährung des Sicherheitszwecks wird es an den Vermieter verpfändet. Nur der Hausherr ist verfügungsberechtigt. Wirtschaftlich berechtigt (Eigentümer des Geldes) ist jedoch der Mieter. Bei der Eröffnung muss sich der Antragsteller in der Regel bei seiner Bank ausweisen. Hierfür wird eine Identitätsprüfung über den Personalausweis oder Reisepass vorgenommen. Die Zinsen gehören dem Mieter. Dieser kann bei der Bank einen Freistellungsauftrag zur Steuerbefreiung der Zinserträge stellen.

    Eröffnung auf den Vermieter

    Bei einem Mietkautionskonto auf den Namen des Vermieters ist dieser zur verzinslichen Anlage des Geldes verpflichtet. Die Kontoeröffnung erfolgt ebenfalls mit dem Vermerk „wegen Mietkaution“. Verfügungsberechtigt ist der Vermieter, wirtschaftlich berechtigt (Eigentümer des Geldes) bleibt jedoch der Mieter. Dieser kann während der Mietdauer nicht darauf zugreifen. Eine steuerliche Befreiung der erwirtschafteten Zinsen ist in diesem Fall nicht möglich, da der Hauseigentümer Kontoinhaber ist. Eine Verpfändung ist unnötig, das der Hausherr ohnehin Zugriff auf das Geld hat. Der Vermieter ist verpflichtet, dem Mieter auf Anfrage die gesetzeskonforme Anlage nachzuweisen.

    Unser Mietkautionskonto Tipp für Vermieter

    Bank
    Infos
    Beantragen
    DKB
    Logo der Deutschen Kreditbank
  • kostenlose Verwaltung von Mieten,
    Kautionen und Instandhaltungsrücklagen
  • Guthabenzinsen über Sparzinsniveau
  • täglich und flexibel verfügbar
  • komfortable Benutzeroberfläche
  • Vorteile und Nachteile

    Die Anlage auf einem klassischen Mietkautionskonto ist für beide Mietparteien sowohl mit Vor- als auch mit Nachteilen verbunden. Hierzu eine Übersicht.

    Sparbuch
    Vorteile
    Nachteile und Risiken
    Mieter
  • Nach Beendigung des Mietverhältnisses erfolgt Auszahlung der Kautionssumme samt Zinsen.
  • insolvenzsichere Anlage, wenn diese gesetzeskonform durchgeführt wurde.
  • kein Verlustrisiko im Falle einer Bankpleite, da Guthaben über die Einlagensicherung abgesichert ist.
  • Geld ist während der Mietdauer zu niedrigen Zinsen gebunden.
  • eventuell Kontoführungsgebühren oder Gebühren für Eröffnung
  • Finanzierung aus Ersparnissen, andernfalls über Kautionskredit.
  • Rückzahlung erfolgt meist mit zeitlicher Verzögerung.
  • Zinsen müssen versteuert werden, wenn Konto auf Vermieter läuft.
  • bei Vermieterkonto: Risiko einer nicht gesetzteskonformen Anlage
  • Vermieter
  • relativ einfacher Zugriff auf die Mietsicherheit bei Vermieterkonto
  • aufwendige separate Verwaltung der Gelder
  • aufwendige Zins- und Steuerabrechnungen bei Rückzahlung
  • nur gemeinsame Verfügung bei Eröffnung auf den Mieter
  • Kündigung und Auszahlung

    Eine Kontoauflösung und die damit verbundene Rückzahlung an den Mieter erfolgt meist nicht sofort nach Beendigung des Mietverhältnisses. Ein Vermieter kann zunächst bestehende Ansprüche aus dem Mietvertrag prüfen, und die Kaution noch eine Zeit lang einbehalten. Sind alle etwaigen Gegenforderungen des Vermieters geklärt, erhält der Mieter sein Sparbuch mit allen Verfügungsrechten zurück. Sobald die Bank über die Freigabe der Mietkaution informiert wurde, kann die Auszahlung des Betrages sowie der Zinsen erfolgen. Für den Mieter kann die zeitliche Verzögerung mit Schwierigkeiten verbunden sein, wenn er das ihm zustehende Geld z.B. dringend für den Umzug benötigt.

    Alternativen mit mehr Zinsen

    Die Anlage der Kaution auf einem klassischen Mietkautionssparbuch ist jedoch nicht zwingend vorgeschrieben, sondern als Mindestanforderung des Gesetzgebers zu verstehen. Die Mietparteien können sich auf jede andere Hinterlegungsform einigen. Entscheidend hierbei ist, dass der Vermieter mit einer anderen Anlageform einverstanden sein muss. Er hat also das letzte Wort. Mehr Zinsen als das Sparbuch bringen z.B. Festgeldkonten, Tagesgeldkonten oder ein Wertpapierdepot. Am besten für die Mietkaution geeignet ist das Tagesgeldkonto, da hier keine Mindestlaufzeiten oder Kündigungsfristen zu beachten sind. Ein Zugriff auf das Geld, bzw. eine Kontoauflösung ist jederzeit möglich.

    Konditionen für Tagesgeld im Vergleich

    Berechnen Sie unverbindlich die Zinsen verschiedener Banken für Tagesgeld. Geben Sie hierfür den Anlagebetrag sowie die gewünschte Laufzeit ein. Klicken Sie anschließend auf „vergleichen“. Über den Link in der rechten Spalte gelangen Sie direkt zum Antragsformular der gewählten Bank. Der Antrag kann unkompliziert online gestellt werden.

    Depotkonten im Vergleich

    Sie und Ihr Vermieter möchten eine höhere Rendite? Sie sind sich des grundsätzlichen Risikos fallender Börsenkurse bewusst? Die Anlage der Kautionssumme in Aktien oder Fonds lohnt sich insbesondere auf lange Sicht. Die folgenden Depot-Anbieter verlangen für die Kontoführung keine Gebühren.

    8 Gedanken zu „Mietkautionskonto“
    1. Informative Veröffentlichung !

      Dennoch: es fehlt die Beantwortung der sich sofort stellenden Frage im Abschnitt
      > Gebühren für das Mietkautionskonto. WER trägt diese Gebühren, die die Zinsen um ein Vielfaches übersteigen ?

      1. Sehr geehrter Herr Schmidt-Stafford,

        gerne beantworte ich Ihre Frage. Für die Gebühren kommt immer der Kontoinhaber auf. Eröffnet der Mieter das Konto, muss dieser als Vertragsinhaber die Kosten übernehmen. Entsprechend zahlt der Vermieter die Gebühr, wenn das Konto auf seinen Namen läuft. Dass die Kostensituation bei den wenigen Zinsen unbefriedigend ausfällt, ist nachvollziehbar. Es wäre natürlich empfehlenswert, auf ein kostenloses Angebot zurück zu greifen.

        Mit freundlichen Grüßen
        Die Redaktion

    2. Hallo,

      zunächst mal vielen Dank für eure tolle Recherche.

      Jetzt kann man bei euch auch die Idee mit dem Tagesgeldkonto für die Mietkaution nachlesen. Allerdings kann man an der Tagesgeld-Vergleichstabelle nicht erkennen, welche Bank das mit der Verpfändung auch tatsächlich macht. Erfahrungsgemäß scheitert es daran, weil viele Banken da nicht mitziehen. Habe ihr einen konkreten Tipp wo das tatsächlich geht? Kann man so ein Mietkautionskonto online abschließen? Ich habe nämlich keine Hausbank, da ich alles über das Internet mache.

      Danke und MfG
      H. Jentsch

      1. Sehr geehrte(r) Herr oder Frau Jentsch,

        wir haben Ihr Kommentar zum Anlass genommen, uns nochmal auf die Suche zu machen. Zugegeben – es ist gar nicht so einfach, da etwas zu finden. Aber letztlich hat es geklappt. Ein Tagesgeldkonto zum Verpfänden für die Mietkaution bietet die Volkswagenbank an. Aktueller Zinssatz 0,4 Prozent (Stand Februar 2017) Wir haben es unserer Tabelle hinzugefügt. Allerdings hat die Sache einen kleinen Haken: Man muss Kunde bei der VW-Bank werden, also auch ein Girokonto eröffnen.

        Wenn jemand noch eine weitere Bank kennt, sind wir über jeden Hinweis dankbar. Wir werden das dann umgehend als weitere Möglichkeit auflisten.

        Mit freundlichen Grüßen
        Die Redaktion

    3. Sehr geehrte Redaktion,

      lt. § 551 BGB ist der Vermieter verpflichtet, meine Kaution mit 3-monatiger Kündigungsfrist und den üblichen Zinssatz anzulegen? Meine Kaution beträgt 2450,00 Euro und läuft ab 19. Juli 2011 bis 17. Febr. 2017. Der Vermieter will mir 28,83 Euro Zinsen zahlen. Entspricht das dem geforderten Zinssatz? Wie verhalte ich mich, wenn diese Summe zu gering ist? Habe ich die Möglichkeit, den Vermieter zu verklagen?

      Danke

      1. Hallo Rainer,

        Sie müssten zunächst in Erfahrung bringen, wie hoch die Zinsen bei genau dieser Bank im genannten Zeitraum waren. Ob die Zinsberechnung korrekt ist, lässt sich dann erst beurteilen. So etwas wie einen Orientierungs-/ Referenzzins gibt es nicht, da jede Bank individuell verzinst. Nur so viel: Ihr Sparguthaben wurde in diesem Zeitraum mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 0,21 Prozent pro Jahr vergütet. Im Jahr 2011 waren die Zinssätze deutlich höher als 0,21 Prozent, im Jahr 2017 liegen sie jedoch darunter bzw. nahe 0. Gerade in den letzten zwei Jahren sind viele kleinere Banken und Sparkassen leider dazu übergegangen, ihren Kunden auf dem Sparbuch gar keine Zinsen mehr zu gewähren.

        Wenn die Summe tatsächlich zu niedrig ist, sollten Sie es eher im Dialog mit Ihrem Vermieter versuchen anstatt zu klagen. Denn selbst wenn er sich vertan hat, handelt es allenfalls um eine Summe im niedrigen zweistelligen Bereich.

        Mit freundlichen Grüßen
        Die Redaktion

    4. Problemstellung: 2011 bezog meine Lebensgefährtin eine neue Wohnung, und hinterlegte bei der örtlichen Bank die geforderte Kaution in Höhe von 500 €. Ob damals eine Gebühr gefordert und bezahlt wurde, lässt sich momentan nicht klären und ist nebensächlich. 2014 erhielt sie einen Kontoauszug über den Kontostand von 502,48 €, ergo wurden „üppige“ Zinsen gezahlt. Im Juni 2017 gab es einen neuen Kontoauszug. Abzug von 30.00 €, Sperranlagegebühr Mietkonto, neuer Bestand 472,66. (Interessant die ‚Cents!). Frage: ist zum jetzigen Zeitpunkt – also nach sechs Jahren- eine solche Gebühr legitim ?

      Freundliche Grüße, Helmer Koch.

      1. Hallo,

        ich muss ehrlich zugeben, dass ich nicht genau weiß, inwiefern, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt solche Gebühren zulässig sind. Mit hoher Wahrscheinlich unzulässig ist es jedoch, wenn sich hierdurch die Sicherheit die der Vermieter im Schadensfall erhalten würde, reduziert. In diesem Fall wäre der eigentlich mit dem Vermieter vereinbarte Betrag in Höhe von 500 Euro durch Abzug der Gebühr unterschritten.

        Mit freundlichen Grüßen
        Die Redaktion

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.