Schufa-Auskunft für Vermieter – was Mieter wissen sollten

Drum prüfe wer sich ewig bindet – was für Ehen schon lange gilt, hält auch zunehmend in Deutschlands Mietwohnungen Einzug. Wer als Mieter eine neue Bleibe sucht, muss sich zunächst dem Vermieter offenbaren. Gehaltsabrechnungen reichen hierbei oft nicht aus. Eine Schufa-Auskunft entwickelt sich immer mehr zum Standard. Was in Sachen Bonitätsprüfung erlaubt ist, wie es geht, und was es kostet.

Einleitung

In den letzten Jahren hat sich die Schufa-Auskunft als gängiges Mittel zur Beurteilung der Bonität von Mietinteressenten etabliert. Viele Vermieter – auch zunehmend private Hauseigentümer – verlassen sich auf die Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei. Die Auskunft können Mieter selbst beantragen. Hierfür gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, siehe nächster Textabschnitt.

Schufa-Auskunft beantragen

Die beiden Bonitätsnachweise unterscheiden sich in einigen Punkten, wie z.B. den Umfang und die Gliederung der enthaltenen Informationen sowie die Dauer bis zur Verfügbarkeit der Daten. Entnehmen Sie bitte die Details der folgenden Tabelle. Hierüber können Sie die gewünschte Schufaauskunft für Ihren Vermieter direkt online beantragen.

Version
Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz: kostenlos
SCHUFA-Bonitätsauskunft z.B. für Vermieter: kostenpflichtig.
Was steht drin?
  • Enthält mehr Informationen als nötig, da keine Trennung zwischen den Daten für den Eigengebrauch und den Daten zur Weitergabe an Dritte.
  • Daten zur Person: Name, Adresse, Wohnort usw..
  • Ihre aktuellen Vertragspartner, wie z.B. Hausbank, Handyanbieter, Netflix-Abo
  • Ihr Eigener Schufa-Basis-Score + ggfls. Branchen-Score
  • Negativ-Merkmale wie z.B. Kontokündigung durch Bank, Räumungsklagen, Pfändung oder Mahnverfahren
  • alle Daten die auch in der kostenlosen Schufa-Auskunft vorhanden sind
  • Enthält nur Informationen, die nötig sind um Vertrauen aufzubauen, aufgrund getrennter Auflistung der Daten für Eigengebrauch und Daten zur Weitergabe an Dritte wie z.B. den Vermieter.
  • Echtheitszertifikat der Schufa mit Wasserzeichen
  • optional als Abo erhältlich: UpdateService, BeratungDirekt und FormularService
Dauer bis Verfügbarkeit
2 Wochen
sofort online verfügbar
Kosten
0,00 Euro
  • einmalig 29,90 Euro
  • oder mit UpdateService, BeratungDirekt und FormularService für monatlich 3,95 Euro
Art der Beantragung
Online-Antrag, jedoch Versand per Post.
Online-Antrag, Daten sind sofort nutzbar.

Warum verlangt sie der Vermieter?

Wer Wohnraum vermietet, geht finanzielle Risiken ein. Die größte Gefahr für Vermieter stellen so genannte Mietnomaden dar. Verständlicherweise möchten sich Hausherren deshalb vor Personen mit schlechter Zahlungsmoral schützen. Hier kommt die Schufa ins Spiel. Sie bewertet die jeweilige Person mit einem Score. Dies ist eine Kennzahl in Prozent zwischen 0 und 100. Der Score bewertet die Höhe Wahrscheinlichkeit, mit der eine Person voraussichtlich ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Oder umgekehrt betrachtet: die Höhe des Risikos eines Zahlungsausfalls. Aus Angst vor finanziellen Verlusten setzen viele Eigentümer einen hohen Schufa-Score voraus, und vermieten weniger gern an Personen mit nur durchschnittlicher Bonität. Natürlich ist es auch möglich, trotz schlechterer Schufa eine Wohnung zu mieten.

Die Wirtschaftsauskunftei listet neben den aktuellen Personen- und Vertragsdaten sowie dem Score auch sämtliche Vorfälle auf, bei denen es in der Vergangenheit zu Abweichungen vom normalen Zahlungsverhalten der Person kam. Hierdurch erfahren Vermieter z.B., ob frühere Hauseigentümer den Mieter auf Zahlungsrückstände verklagen mussten, oder ob es zur Vollstreckung einer Räumungsklage kam.

Sind Mieter zur Vorlage verpflichtet?

Die Schufa ist keine Behörde, sondern lediglich ein privates Unternehmen, welches ebenso wie jeder andere Betrieb eine Gewinnerzielungsabsicht verfolgt. Daher hat der Vermieter keinen gesetzlichen Anspruch auf die Übermittlung einer Schufaauskunft durch den Mieter. Die Vorlage ist ausdrücklich nur mit dessen Einwilligung möglich, weshalb Eigentümer in der Praxis auf eine freiwillige Aushändigung des Dokuments setzen. In der Praxis kommt ein Mietvertrag jedoch häufig nur dann zustande, wenn die Bonitätsauskunft vorgelegt wird. Wer seinen Vermieter bei der Wohnungsbesichtigung von sich überzeugen möchte, sollte den Nachweis daher möglichst nicht verweigern.

Welche Schufa-Daten darf ein Vermieter vom Mieter verlangen?

Der Hausherr darf nur den Teil der Auskunft verlangen, aus dem die persönlichen Daten wie Name und Anschrift sowie der Score hervorgeht. Alle anderen Angaben darf der Mieter verweigern, und bei Bedarf sogar schwärzen.

Was steht drin?

Beide Schufa-Auskünfte enthalten sowohl Informationen, die für den eigenen Gebrauch sind, als auch Informationen die zur Weitergabe an Dritte gedacht sind. In der kostenpflichtigen Version befinden sich die beiden Bereiche auf unterschiedlichen Seiten, und sind somit zur einfachen Weitergabe bereits vorbereitet. In der kostenlosen Variante werden die Daten für den Eigengebrauch und die Daten zur Weitergabe an Dritte nicht von einander getrennt aufgelistet. Sollen bestimmte Daten hiervon nicht an Dritte gelangen, müssen diese geschwärzt werden. Zu den genauen Inhalten siehe Zusammenfassung oben

Kosten

Weiterhin unterscheiden sich beide Auskünfte bei den Kosten. Die Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz wird Ihnen einmal jährlich von der Schufa kostenlos zur Verfügung gestellt. Bei der gebührenpflichtigen Variante fallen einmalig 29,95 Euro an. Alternativ zu den einmaligen 29,95 Euro kann auch ein Aboservice mit zusätzlichen Leistungen für monatlich 3,95 Euro gebucht werden.

Dauer bis Verfügbarkeit

Bei der Auswahl der Dokumente ist die Bearbeitungszeit zu beachten. Die kostenpflichtige Version steht sofort nach dem Ausfüllen des Online-Antrags zur Verfügung. Bei der kostenlos verfügbaren Variante müssen Antragsteller 2 Wochen Bearbeitungszeit einplanen. Der Versand erfolgt auf dem Postweg.

Welche Version sollte ich wählen?

Grundsätzlich sind beide Schufa-Auskünfte zur Vorlage beim Vermieter geeignet. Welche Variante Sie wählen sollten, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Die Entscheidung müssen Sie letztlich selbst treffen. Wichtige Kriterien für die richtige Auswahl sind:

  • Wie schnell benötige den Bonitätsnachweis?
  • Möchte ich Daten schwärzen, oder lege ich Wert auf eine saubere Trennung?
  • Habe ich Fragen zum Thema, bzw. benötige eine Beratung?
  • Wie wichtig ist mir das Echtheitszertifikat der Schufa?
12 Gedanken zu „Schufa-Auskunft für Vermieter – was Mieter wissen sollten“
  1. Guten Tag,

    ich suche sehr dringend eine Wohnung im Raum Essen. Da meine Wohnung hier in Rheine zu groß und teuer ist, möchte meine Vermieterin die Wohnung ganz schnell weitervermieten. Da ich aber mit 900 Euro in der Schufa stehe, weiß ich nicht weiter. Ich habe keine Mietschulden. Die Miete kommt direkt vom Jobcenter, und würde auch gleich an den Vermieter überwiesen. Ich habe chronisches Asthma, und habe vom Gesundheitsamt schriftlich, dass ich eine Mietwohnung im Erdgeschoss brauche. Erster Stock geht auch noch. Bin echt schon so verzweifelt. Mir wurde auch zum 01.02. gekündigt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frau Silvia Luettel

    1. Hallo,

      zunächst kann ich Sie beruhigen. Sie werden nicht von heute auf morgen auf die Straße gesetzt, auch wenn das Mietverhältnis gekündigt wurde. Bis eine Räumungsklage durchgesetzt wird, können mehrere Monate vergehen. Natürlich ist es schwierig einen Vermieter zu überzeugen, wenn es negative Einträge in der Schufa-Auskunft gibt. Wir haben allerdings zu diesem Thema vor einiger Zeit einen interessanten Artikel geschrieben, den ich Ihnen empfehlen möchte.

      Viel Erfolg

  2. Hallo,

    ich habe mal eine Frage: wie lange ist eigentlich so eine Schufaauskunft gültig? Ich habe meine erst vor ein paar Monaten beantragt, meine Frau ungefähr vor einem halben Jahr, Unsere Wohnungssuche zieht sich nun schon länger hin. Nun sagte uns ein Vermieter bei der letzten Wohnungsbesichtigung, dass unsere Auskünfte nicht mehr aktuell genug wären. Darf er wirklich neue verlangen? Dann müssten wir Geld bezahlen.

    Danke

    1. Hallo,

      eine bestimmte Dauer für die Gültigkeit gibt es nicht. Sie müssen es sich so vorstellen: je aktueller eine Auskunft ist, desto mehr Aussagekraft hat sie. Oder andersherum: je mehr Zeit danach vergeht, desto eher kann sich die Bonität der Person inzwischen verschlechtert haben. Meine Antwort wäre hier kurz und knapp: ja, darf er. Es ist letztlich immer der Hausherr der entscheidet, ob ihm die Bonität des Mietinteressenten ausreicht oder nicht.

      Viel Erfolg

  3. Hallo,

    bin gerade mit zwei Monatsmieten in Rückstand. Mein Vermieter droht nun mich rauszuwerfen, und zudem die Mietschulden bei der Schufa zu melden, wenn ich nicht sofort zahle. Meine Frage: darf er das so einfach, also mich kündigen und dann noch eine Schufa-Auskunft abgeben? Weil ich auch demnächst umziehen möchte, und dann mit einem Eintrag eine Wohnung finden…mehr brauche ich ja nicht sagen…ich bin gerade echt verzweifelt…

    Ich hoffe Sie können mir helfen.

    Vielen Dank

    1. Hallo,

      zunächst kann ich Sie beruhigen. Niemand kann einfach so irgendetwas der Schufa melden. Ihr Vermieter benötigt hierfür zunächst einen amtlichen Titel. Diesen bekommt er vom Gericht. Vorher muss es jedoch ein gerichtliches Mahnverfahren gegen Sie gegeben haben. Also erstmal kommen Mahnungen, dann kommt ein Mahnbescheid, und erst im nächsten Schritt wird ein Gericht eingeschaltet. Oder, davon schreiben Sie jedoch nichts: Wenn es sich bei der Vermietung um eine der großen Wohnungsgesellschaften handelt, können diese ggfls. Meldungen an die Schufa tätigen, ohne einen gerichtlichen Titel zu haben. Das geht jedoch auch nicht einfach so, und – so weit mir bekannt ist – nicht bereits wegen zwei Mietrückständen.

      Was Sie jedoch dringend beachten sollten: Gemäß §543 Abs. 2 kann der Vermieter dem Mieter kündigen, wenn dieser „für zwei aufeinander folgende Termine mit der Entrichtung der Miete in Verzug ist“. Ich kann und darf Ihnen hier keine Rechtsberatung geben. Mein privater Rat an Sie wäre jedoch: kümmern Sie sich bitte weniger um Ihre Schufa, sondern viel mehr – und vor allem zeitnah – um Ihre Schulden!!!

      Viel Erfolg

  4. Hallo,

    folgender Fall: ich interessierte mich vor ein paar Wochen für eine Wohnung, und ging zum Besichtigungstermin. Der Vermieter fragte mich nach ein paar Daten, ich glaube es war Name, Geburtsdatum und meine aktuelle Adresse. Etwa eine Woche später erkundigte ich mich nach dem Stand der Dinge….

    Doch ich bekam eine Absage mit der Begründung: – ich käme nicht mehr als Bewerber in Frage, meine Bonität wäre laut der Schufa zu schlecht -. Jedoch habe ich dort weder eine Auskunft zur Verfügung gestellt, noch mein Einverständnis dazu erteilt.

    Wie kann das sein, dass jemand einfach so meine Schufa abfragen darf? Ist das erlaubt?

    1. Hallo,

      das kommt mir in der Tat etwas merkwürdig vor. Laut meinem Kenntnisstand gibt es zwei Möglichkeiten die Schufa eines Mietinteressenten abzufragen:

      1. Der Vermieter ist Vertragspartner der Schufa, und kann die Abfrage selbst tätigen. Hierzu benötigt er jedoch immer die schriftliche Einwilligung des Mieters.
      2. Der Mieter beantragt die Auskunft selbst (siehe Artikel oben), und legt sie z.B. beim Besichtigungstermin vor.

      Viele Grüße

  5. Hallo,

    ist es normal, bzw. darf ein Vermieter die Schufa von beiden Ehepartnern anfordern? Auch wenn ein Teil Hausmann bzw. Hausfrau ist, und nur ein Ehepartner den Mietvertrag unterschreiben möchte, und dieser eine Auskunft vorgelegt hat?

    Danke im Voraus für eine Antwort

    VG
    Suzanne

    1. Hallo,

      falls tatsächlich nur einer der Ehepartner den Mietvertrag unterschreibt, sollte normalerweise die Bonitätsprüfung dieser Person ausreichen. Aber der Vermieter kann als Eigentümer natürlich die Regeln bestimmen, nach denen der Mietvertrag zustande kommt. Im Zweifel wird er sich für einen anderen Mietbewerber entscheiden. Es gibt zwar kein Gesetz, nachdem ein Mieter oder generell eine Person zur Vorlage einer Schufa-Auskunft verpflichtet ist. Es geht letztlich auch nicht darum, was erlaubt oder verboten ist. Entscheidend ist, dass der Hausbesitzer immer am längeren Hebel sitzt, gerade wenn sich genug Interessenten um die Wohnung bewerben.

      Viele Grüße

  6. Ich bin Studentin, und möchte aktuell eine Wohnung beziehen. Der neue Vermieter verlangt neben der Bürgschaft meines Vaters zusätzlich, dass er noch in den Mietvertrag aufgenommen wird. Ist das rechtlich okay? Es müsste doch als Rücksicherung das Bürgschaftsschreiben sowie die komplette Einsicht in die Schufa plus Gehaltsnachweise ausreichen?

    1. Hallo,

      wie ein Kommentar weiter oben schon beschrieben: Es gibt hier kein rechtlich o.k. oder nicht o.k. Es immer die Frage was die Mietparteien frei vereinbaren, und inwieweit alle Beteiligten damit einverstanden sind. Sie sind als Mietinteressent gesetzlich zu gar nichts verpflichtet. Sie müssen weder Gehaltsnachweise noch eine Schufaauskunft noch weitere Personen vorhalten. Allerdings bestimmt der Vermieter die Regeln, und kann den Daumen – ganz wie er möchte – heben oder senken. Verhandlungsspielraum haben Sie letztlich nur dann, wenn der Hausherr ebenso auf Sie als Mieter angewiesen ist wie andersherum.

      Viele Grüße

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