Kein Geld für die Kaution? Wer hilft, wie es geht, und was es kostet

Wer hilft wenn kein Geld für die Kaution da istWer kennt das nicht: Während sich die Ausgaben für Umzugstransport, Möbel und Makler noch irgendwie bewältigen lassen, reicht das Geld für die Mietkaution oft nicht mehr. Jedoch kein Grund auf die Traumwohnung zu verzichten: Wir erläutern wer in einem solchen Fall hilft, wie es geht, und was es kostet.

Mieter können gesetzliche Ratenzahlung nutzen

Wer die Kaution nicht als Einmalbetrag zur Verfügung hat, kann sie auch in drei monatlichen Raten an den Vermieter leisten. Als Mieter hat man einen gesetzlichen Anspruch darauf. Die erste Rate wird zu Beginn des Mietvertrags fällig, die beiden anderen Teilzahlungen erfolgen im zweiten und dritten Monat. Der Vermieter ist nicht verpflichtet, den Mieter auf die Möglichkeit der Ratenzahlung hinzuweisen, darf sie jedoch auch nicht verweigern.

Vorteile
Nachteile
Vorteile
  • Mieter bleibt von Einmalzahlung verschont.
  • Nachteile
  • 3 monatliche Raten belasten des Haushaltsbudget in der Folge.
  • Geld für die Mietkaution von der Bank leihen

    Über den Dispokredit bei der Hausbank lässt sich die Liquidität auf dem Girokonto schnell und unkompliziert erhöhen. Nachteilig sind die hohen Zinsen, die meist mit etwa 10 % zu Buche schlagen. Deutlich günstiger als der Dispo ist ein Ratenkredit. Antragsteller mit guter Bonität erhalten Angebote schon ab 2 Prozent, siehe Übersicht: Kredit für die Mietkaution. Ist die Kreditwürdigkeit eher schlechter, kann die Bank auch schon mal 6 bis 8 Prozent Zinsen aufrufen, oder den Antrag komplett ablehnen. Der Kredit wird meist über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren zurückgezahlt.

    Vorteile
    Nachteile
    Vorteile
  • Liquide Mittel sind sofort verfügbar (bei Dispokredit).
  • Ratenkredite gibt es schon ab 2 Prozent Zinsen, wenn die Bonität gut ist.
  • Nachteile
  • hohe Zinsen oder Ablehnung des Antrags bei schlechter Bonität
  • Geld steht durch Bearbeitungszeit der Bank erst in einigen Tagen zur Verfügung.
  • Vertragsbindung und regelmäßige Rückzahlung
  • Mietkautionsbürgschaft hinterlegen

    Sie möchten sich lieber kein Geld für die Kaution von der Bank leihen? Kein Problem: Auch hierfür gibt es eine Lösung. Überreichen Sie Ihrem Vermieter eine Bürgschaft. Da nun keine Barkaution mehr nötig ist, können Sie als Mieter die Mittel für Ihre übrigen Ausgaben nutzen. Die Policen gibt bei Banken und Versicherungen. Sie kosten je nach Anbieter und Kautionssumme ab 25 Euro pro Jahr, siehe weitere Infos zur Mietkautionsbürgschaft. Wichtig zu wissen: Der Vermieter ist nicht verpflichtet, die Bürgschaft zu akzeptieren.

    Vorteile
    Nachteile
    Vorteile
  • mehr liquide Mittel für den Umzug oder sonstige Ausgaben verfügbar
  • keine Vertragslaufzeit, jederzeit kündbar
  • überschaubare Kosten
  • weit verbreitete Akzeptanz bei Vermietern
  • Nachteile
  • Bei langer Nutzungsdauer summieren sich die Beiträge.
  • Bei Inanspruchnahme durch Vermieter muss Mieter die Kosten erstatten.
  • Privater Bürge sichert Mietvertrag ab

    Auch eine Privatperson, wie z.B. ein Freund oder Verwandter kann für den Mietvertrag bürgen. Eine private Bürgschaft wird häufig genutzt, um die Bonität einkommensschwacher Mieter zu erhöhen, z.B. als Elternbürgschaft für die Kinder. I.d. Regel ergänzt sie jedoch nur die eigentliche Kaution. Als alleinige Mietsicherheit wird sie hingegen selten akzeptiert.

    Vorteile
    Nachteile
    Vorteile
  • Mieter mit geringem Einkommen finden mit zusätzlicher Bürgschaft schneller eine Wohnung.
  • Werden die Pflichten aus dem Mietvertrag erfüllt, entstehen keine zusätzlichen Kosten
  • Nachteile
  • Private Bürgschaften werden nur von wenigen Vermietern als alleinige Sicherheit akzeptiert.
  • Zahlt Mieter nicht, wird Bürge (Freund oder Verwandter) vom Vermieter zur Zahlung herangezogen.
  • Wann hilft das Jobcenter aus?

    Wer Arbeitslosengeld 2 bezieht, kann eine Kostenübernahme der Kaution beim Jobcenter beantragen. Die Wohnung muss SGB II-Richtlinien entsprechen, darf also nicht zu groß und zu teuer sein. Das Geld wird jedoch als Darlehen gewährt, und mit späteren Hartz4-Einkünften verrechnet. Da die Rate vom Regelsatz einbehalten wird, ist diese Variante nur in wirklichen Ausnahmefällen empfehlenswert. Für Bezieher von ALG 1 ist eine Kostenübernahme gar nicht möglich. Mehr zum Thema Mietkaution bei Hartz4-Bezug.

    Vorteile
    Nachteile
    Vorteile
  • Darlehen vom Jobcenter ist zinslos.
  • Mieter muss Kautionsbetrag nicht in einer Summe aufbringen
  • Nachteile
  • langfristige und regelmäßige Rückzahlungen
  • Jobcenter übernimmt Kautionszahlung nur nach ausdrücklicher Zustimmung.
  • Antrag benötigt meist längere Zeit für Bearbeitung.
  • Fazit

    Die Mietkaution lässt sich auf verschiedene Arten bezahlen. Je nach Situation kann eine andere Option sinnvoll sein. Wer kann, sollte auf einen Kredit verzichten. Etwas günstiger als Kredite sind Bürgschaften von Banken oder Versicherungen. Mieter die während der ersten drei Monate nach Mietbeginn über genug Geld verfügen, sollten mit dem Vermieter die gesetzliche Ratenzahlung vereinbaren. Eine private Bürgschaft kann Mietern mit zu wenig Einkommen zu einem Mietvertrag verhelfen, jedoch ohne die eigentliche Kaution zu ersetzen. Bei Hartz-4-Empfängern hilft unter gewissen Umständen das Jobcenter mit einem zinslosen Darlehen.

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